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zum Voden, was in vieler Beziehung daö Beste ist. Wir werden
später in §. 77 vom Einfiuffc der Grundbeschaffenheit auf die
Frischarbcit sprechen.
Von den Seitenwänden ist die der Arbcilscitc nicht aus Mauer-,
wert, sondern aus Eisen hergestellt, damit die kleinen Locher (Sin-
terlöcher), die zum Ablassen der Frischschlacke (des Sinters) dienen,
angebracht und erhalten werden tonnen. Am öftesten bedient man
sich dazu eines starken Eisenbleches, durch welches die erforderlichen
Löcher, meist vier an der Zahl, in einem Durchmeffcr von nahe
Einem Zoll, geschlagen werden. Die Lage dieser Löcher ist aus
Fig. 2 und 4 mit Hülfe des Maßstabes genau zu entnehmen. Man
nennt dieses Blech das Sinterblech, und läßt dasselbe zur bes-
sern Haltbarkeit mehrere Zoll in den Voden eingreifen, oder bei
Anwendung eines Grundsteines oder einer Bodenplatte legt sich das»
selbe mit seinem untern stände an die Seite des Steines oder der
Platte; ingleichen langen die Scitenrändcr etwas in die beidersei-
tigen Mauern, und der obere Rand ist gewöhnlich einige Zoll über
die Gßbank gebogen und daran genagelt, wenn diese von Hol; ist,
bei eiserner Eßbant hingegen unter dieser abgebogen. Von außen
wird das Sinterblech auf beiden Seiten mit Mauerwerk dergestalt
verwahrt, daß nur eben die Sinterlöcher frei bleiben, welches Mauer-
wert zugleich der Eßbank als Unterstützung dient; weil aber der
Raum für dieses Mauerwerk gegen diejenige Effenecke, wo die Form«
scite sich befindet, nur etliche Zoll Breite haben kann, bringt man
hier an dessen Stelle meist eine Eisenplatte an. Der äußere Vo-
den vor dem Sinterbleche wird etwas vertieft ausgegraben, und da»
durch die sogenannte Sintergrube gebildet, in welcher sich die ab-
gestochene Frischschlacke (in Steiermark Sinter genannt) sammelt.
Das Sinterblech selbst steht nicht senkrecht, sondern unter einem
Winkel von 70 bis 75 Grad nach außen geneigt. In letzterer Zeit,
überhaupt seit das Gußeisen mehr in Anwendung gebracht nird,
pflegt man statt des Sinterbleches eine gußeiserne Platte zu neh-
men, die 2 bis 2^ Zoll dick, mit den erforderlichen Löchern g,gos-
sen, und übrigens gleich dem Sinterblcche gestellt und befestiget
wird.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen