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hin neigen kann, wie dies mit der beträchtlichen Formneigung bei
d« Schwallarbeit öfters der Fall ist, und wedurch zugleich die Ve-
festigung des weniger geneigten Eßciseus erleichtert wird. Außerdem
sind diese Vieguligen des Formrüsscls sehr überflüssige Künsteleien,
und in so fern» verwerflich, weil beim Abrichten »incs derartigen
Kßeisens sehr leicht ein Brechen des Formrüssels eintritt.
/,>' Um ein neues Eßeifen abzurichten, wird der Nüssel desselben
ln einem kleinen Schmiedfeuer, oder in Ermanglung eines solchen
in einer angefachten freien Kohlenglut zur Rothglühhitze gebracht,
»vobei man zur Erhitzung des innern Theils ein Paar größere Koh-
lenstücke hineinlegt, und dasselbe nicht aus den Augen lassen darf,
weil nach einer starten Glühhitze bald das Schmelzen des Kupfers
erfolgen würde. Hierauf wird die Form schnell aus dem Feuer ge-
nommen, nach Beseitigung aller Kchlcntheilchen aus dem Innern auf
»inen Spcrrhaggen oder eine andere Eiscnplatte gelegt, und nun der
sogenannte Eßeiscnform (Eßcisendorn, das Formeiscn) Fig.22,
von der hintern Seite so eingesteckt, daß dessen Achse mit der Mit-
tellinie des Eßeisens und dessen obere Seite genau mit dem Form-
blatte zusammenfällt. In dieser Lage führt man etliche starke Schläge
«uf das hintere Ende » des Esieiscnforms, wodurch dessen Form-
theil l, in die absichtlich zu eng bestellte Formmündung gedrängt
wird, und das Eßcisen sofort etwas fest auf dem Formlheil sitzt.
Man faßt nun das Formeisen am vorstehenden Ende e, und stoßt
mit dem Ende » in lothrechter Lage so lange gegen eine am Bo-
den befindliche Eisenplattc, bis man den Fccmlheil l> zur gewünsch-
ten, mit einem Zeichen kenntlich gemachten Stelle durch das Form«
«uge gebracht Hat;idamit dieses aber um so leichter geschehen kann,
«nd die Innenseite des Formrüssels sich genau an den glattgeschlif-
fenen Formchril anschmiegen muß, wird inzwischen die Außenseile
des Rüff«ls mit dem Abrichthammer Fig. 2Z, einem gewöhnlichen
Handt/amme« mit glatter Bahn, ungefähr 2 Pfund in» Gewichte,
HiNgsuMi öfters beklopft Nach diesem bringt man das Eßeisen wie-
der i« horizontale tage, durch etliche Schläge auf das vorstehende
Ende o de< Fonncisens wird dasselbe locker gemacht, beseitigt,und
dann das Eßeisen an einer frei«, lichten Stelle der Hüttensohl«
in der Art aufgestellt, wie ßig. 24 zeigt. Man faßt die auftechtgc-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen