Page - 307 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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Der Vau des Frisch Herd es ist uns in der Hauptsache
schon aus §. 76 und den Fig. 8 und 9, Tab. IV, bekannt. Im«
mer wird die Herdgrube mit Abbränlcrn ausgesetzt, die Dimensio-
nen derselben sind aber fast auf jedem Werke etwas verschieden von
den andern. Sehr zweckmäßige Dimensionen sind indessen folgende:
Die Lange der Herdgrube am obern Rande 27 Zoll, am Voden
22; die Breite der Formwand am obern Ra»te 18 am Voden 13
Zoll, die Windseite oben und unten um 2 Zoll breiter. Vom Rande
des Sinterbleches (d.i. vom Horizonte der Eßbank) bis zum Schwall»
boden 14 Zoll, vom Formabbrand bis dahin 11 Zoll und von der
Fonnmüudung nieder 8 bis 9 Zoll. Der Formabbrand lothrccht
stehend oder 1 Zoll in die Grube geneigt, daS Sinterblcch 3'/,, Zoll
und der Wolfabbrand i'/u Zoll aus der Grube geneigt. Vom Form«
abbrand bis zum Horizont tes obersten Sintcrdleches 3 Zoll, und
bis zum untersten 1 l Zoll. Das Uebcrliegen des Eßciscns 4 Zoll,
die Düscnrücklage 4'/^ Zoll. Das Fermmittel über die Mitte des
AbbranLes gelegt; das Stechen der Form 24 bis 26 Grad, ohne
den Vug, welcher nur schwach ist, aber '/4 Zoll umerfeilt. Die Dü-
senmündung kreisrund, start "/^ Zoll im Durchmesser; das Form«
maul halbrund ^ Zoll breit und nahe eben so hoch. Das Anprel«
len des Windes im geräumten Herde erfolgt in der Mitte 18 Zoll
vom Formabbrande entfernt, übrigens in der Miltelbreite des Schwall«
Hodens.
Vei Herstellung eines neuen Schwallbodcns wird auf folgende
Art zu Werke gegangen: Man verschafft sich etliche Zentner gaarer
Frischschlacke oder Schwall, theils in feingepochtcm Zustande, zum
größten Theile aber in großen, dichten Stücken. Voierst füllt man
die mit Abbrändern ausgesetzte Herdgrube bis auf ungefähr 13 oder
14 Zoll vom Rande des Formabbrandes entfernt mit zerkleinerter
Frischschlacke, welche sodann geebnet die Unterlage des Schwallbo«
dens bildet; die chemische Veschaffenhcit und selbst die Dicke dieser
Unterlage ist ziemlich gleichgültig, indeß beträgt letztere gewöhnlich
3 bis 5 Zoll. Hierauf wird aus den großen Schlacken-und Schwall-
Stücken in ganz ähnlicher Weise der Schwallboden hergestellt, wie
man aus unbehauenen Steinen ein Steinpflaster bildet. Die Dicke
der einzelnen Schlackenstücke soll 5 bis 9 Zoll seyn; an der Ober-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen