Page - 351 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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lim Hammer, einen Hammcimcister und einen Hammer-
toccht, n'clche beide des Schmiedens kundig, sich daher zur Förde-
rung tcr Arbeit gegenseitig unterstützen und ablösen können. So z. Ä.
wahrend dcr eine mit dem Drücken eines Massels nahe fertig, stellt
sich der andere mit dem nächst folgenden Massel schon zur Seile in
Vercitschafl, und bringt diesen bei ununterbrochenem Hammergange
auf den Amboß, wahrend dcr gedrückte fortgenommen wird. Dadurch
ist es möglich, daß die gaine Zeit des Schrottens und Drückens der
8 Masseln mn' 7 bis 8 Minuten dauert, folglich die Masseln noch
sebr warm ins Feuer zurückkommen, und die erste Hitze schon er«
folgt, bcvcr noch das Masscldrücken für das zweite Feuer beendet ist.
Eine umständliche Beschreibung jedes einzelnen Handgriffes beim
Schrotlen und Drücken dünkt uns sehr unpassend, da ein einziges
Mal Sehen diese rein mechanische Sache besser erläutert. Nur tann
noch bemerkt werden, daß im Falle man es mit einem theilweise
sehr rohen Dachel zu thun hat, welcher sich bei der Vearbeitung
stört, man etwas warten, und ihn bei minderer Hitze, wo er ganz
bleiben wird, bearbeiten musi; auch ist bei nur lheilweise rohem
Dachel sehr zu empfehlen, daß man von der gewöhnlichen Art zu
schrottcn abweichet, um in die ci>»z«lnen Masseln entweder ganz rohe
oder ganz weiche Stellen zu erhalten, weil man dann in der wci-
tcrn Behandlung der Masseln, wie in der Verwendung des daraus
geschmiedeten Stabeisens zweckmäßiger vorgehen tann.
§. UN. Ist der erste in und aus dem Feuer gekommene Mas'
sel im ungedrückten Zustande zum Ausheizcn übernommen worden,
so pflegt man lhn mit dcr zuerst erhaltenen Hitze schnell etwas zu
drücken, bevor man ihn mit der Tchmiedzange faßt und ausschmie-
det. Ueberhaupt aber muß beim ersten Ganzmachcn jeder Hitze das
zu behandelnde Stück in beinahe paralleler Richtung mit der Am-
boßbahn gehalten werden, und erst nach erfolgtem Ganzwcrdrn tann
zum Wellcnschmicden (siehe §. 42., Seile 124) geschritten werden.
Gin in dieser Rücksicht unvorsichtiger Schmiedcr wird oft Ungänzen
erhalten, wo bei mehr Achtsamkeit keine entstanden seyn würden.
Vei vollkommen gaarem und nicht häutigem Eisen erfolgt das Ganz-
machen indessen sehr leicht, was man schon nach den Paar erste»
streichen des Hammers abzunehmen im Stande ist, und sofort
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen