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theilweise zu plötzliche Niederschmelzen oder ;u Vodenfallcn einzelner
Vlattelstücke mehr beseitigt wurde. Und das Veste müßte daher of-
fenbar seyn, wenn man fürs Erste das Braten in größer« und besser
construirtcn Voiglühherden durch längere Zeit fortsetzen, und die
solchergestalt gut gebratenen Vlaltel zwar in glühendem Zustande,
aber mit Fleiß geordnet in den Frischherd brächte.
Endlich hat man im Lavantthale schon vor nahe 15 Jahren
auf mehreren Hämmern angefangen die gebratenen Blattet etwas
rascher als gewöhnlich einzuschmelzen, dann aber den dadurch erhal-
tenen noch mehr oder wenige» rohen Klumpen aufzubrechen, und
mit der obern Seite zu Boden gewandt wieder eingeschmolzcn. Daß
hierdurch an Kohlen und Zeit nur verloren werden tann, leuchtet
deutlich ein; allein das erhaltene Stabeisen war, was ebenfalls sehr
begreiflich ist, von vorzüglicher Beschaffenheit, denn der ausgebrcchene
Klumpen ist doch schon gießen Theils gaares Product, und muß
durch das nochmalige Einschmelzen vollkommen gaar werden, wobei
überdies kein Herabfallen einzelner Stückchen, und keine dadurch veran-
laßten rohen Stellen zu besorgen sind. Man hat diese kostspielige Me-
lhode nur in Köllnitz auf einigen Feuern beibehalten, um für
besondere Zwecke ein vorzüglich gutes Weicheisen zu erzeugen. Da
bei dieser Methode der Kohlverbrand per 100 Pfund Stabeiscn um
ungefähr 8 bis 10 Kubitfuß, und der Calo um etwa 5 Pfund ver-
mehrt, und die Erzeugung um beiläufig 25 Procent vermindert wird,
und man bei ökonomischer« Methoden mit etwas mehr Mühe auch
ein gleich gutes Eisen produciren tann; so erscheint selbe durchaus
nicht empfchltnswerth.
I>. Die stcirische Wallonarbeit.
ß. >>>. Unter Wallonschmiede oder Wallonarbeit versteht
man überhaupt eine solche Frischmethode, bei welcher der Ausheiz«
Prozeß, vom Frischprozesse getrennt, in einem eigenen Ausheiz-
feuer vorgenommen wird. Unter der Benennung stcirische Wal-
lonarbeit wird demnach jene Modification der stcirischcn Frischme-
thode, gleichviel ob mit Schwallboden oder mit Löschbolcn gearbeitet,
zu verstehen seyn, bei der das Ausheizen der Masseln in einem
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen