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beilplatte, ein öfteres Aufwuchten erforderlich seyn wird ; und sollte
man bei diesem Wuchten einen zu großen Widerstand finden, hilft
man sich in der Regel leicht dadurch, daß man bei scharf am Vc-
dcn gehaltener Stange leren oberes Ende in die Höhe hebt, u»v
solchergestalt das Stangencnte am Hcrtboden zum Stützpuncte macht,
um die feste Gisensohle zu lüften oder zu brechen. Hierauf bricht
man in gleicher Weise von dieser Ecke der Arbcitscite am Herd«
boten längs der Formwand durch, wobei man besonders achten muß,
das Eisen von der hintern Ecke der Formwand gut los zu machen.
Dann fährt man etwas hoher längs der Formwand bis nach hin-
ten, um den Formzacken zu befreien. Alles das bisher aufgebro-
chene Eisen muß dergestalt nach der Milte des Herdes und nach
aufwärts gebracht werten, daß der Wind darunter frei durchpassi«
ren kann. Nun begibt man sich zur andern Ecke der Arbeitseite,
bricht »on da aus auf dieselbe Art, zuerst nach dem Hertboten
diagonal über zur Ecke zwischen Hinter- und Formwand; dann
wird an der Windseite aufgebrochen und nach der Milte hingear-
beitet; endlich fährt man von der Mille der Arbeitseite aus quer
über den Hcrdboden, um den letztern vollkommen rein zu mache»,
was bei der stcmmeisenartigen Spitze sehr genau beobachtet werte»
kann. Bevor die Brechstange aus dem Herde genommen und zur
Seite gestellt wird, begibt man sich damit nochmals zur Form, um
diese zu reinigen und den Winddurchgang zu ordnen.
Eine wesentliche Erleichterung bei dieser Arbeit mit der Viech«
stange ist, wenn man die Stange stets knapp an der rechten Seile
des Körpers führt, nicht mit aufgehobenen Armen arbeilcl. Eben
zu dem Ende ist ja der mit Lösche ausgefüllte Vorherd vorhanden,
welcher gestattet, daß man die Brechstange in einer stark geneigten
Lage unter das Eisen bringen kann. Bei richtiger Handhabung der
Brechstange muß man mit selber stets unter oder hinler dem Eisen
arbeiten, wobei nicht bloß der Herdboden und die Wände vollkom-
men gereiniget, sondern auch der Stangenspieß immer rein bleiben
wird, welcher sich nur dann zu belegen Pflegt, wenn man damit in
das Eisen selbst hineinfährt. Letzteres geschieht bisweilen absichtlich,
um nach dem mehr oder weniger gaaren Aussehen der angelegten
Spießschale, auf den erlangten Grad der Gaare des Eisens selbst
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen