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Tuhltolben verwandelt werden könnte, gewöhnlich auch das Aus-
schnitten desselben ohne Aufenthalt des Stahlfeuers vorgenommen
we:dcn kann. Ucbrigens sind die kleinen Massel jedenfalls eine Ve-
schcunigung des Ausheizprozcsses, und in so fern den größer« vor-
zuziehen, obschcn man in Wirklichkeit durchaus nicht behaupten kann,
dai die hauptgewertschaftlichcn Llahlstangen besser ausgcheizt wä«
rei als die gewerkschaftlichen.
ß. >38 Wie aus unsern Betrachtungen des Aushcizprozes«
scs erhellet, nimmt der Zerrennprczeß bei der Stahlarbcit nach dem
haiptgewcrtschaftlichcn Verfahren iedesmal und nach dem gcwert-
schlftlichcn bei ganzlichem Ausschmieden der Stahlstangen ebenfalls
seilen Anfang vor Vcendigung des Ausheizens. Gs treten folglich
wahrend des Ausheizprc;esses nicht allein die nöthigen Rücksichten
zm Bildung eines guten Zerrenndodcns ein, sondern es muß zu-
gleich schon die erforderliche Vorsicht zur Führung des Zerrennpro«
zesics selbst angewandt werden.
Bei einem ganz normalen, guten Verlaufe des Zerrennpro«
zefes wird sich der Zerrennboden mit dem Näumspieße fortwährend
eb<n, mehr oder weniger hart bis schlüpfrig, aber nicht klebrig
unz langsam höher werdend anfiihlen lassen, und dabei beständig
von einem etliche Zoll tiefen Bade einer dünnflüssigen, ziemlich ro-
hen Schlacke bedeckt seyn. Diesen Zustand zu erhalten, indem ein-
trelende Abweichungen ehemöglichst wieder beseitiget werden, ist die
Aufgabe des steirischen Stahlfrischers. Die Mittel dazu sind wie
bei der Giscnarteit das entsprechende Maß in der Schnelligkeit des
Glnschmel'ens tcr Flossen, die Menge und Art der Zuschläge, das
Sintcrabstcchen und die Stärke des Windstromes. Als Gebrauchs-
anleitung für diese Mittel dient einigermaßen allerdings auch der Lauch
des Feuers, der sich bei großem Gaargange oder Nohgange, wie bel
Differenzen in der Schlackcnmcnge verschieden gestaltet; allein bei
der delicateren Stahlarbeit ist es noch viel mehr räthlich und ni»
thig, sich hauptsächlich an die Beschaffenheit des Bodens zu halten,
dielen folglich recht fleißig zu sondircn, um eingetretenen Abwei»
chungen vom ncrmalcn Gange bei Zeiten entgegen wirken zu können.
Werden die Flossen zu langsam eingeschmolzen, so macht sich
der Gang des Frischprozesses zu gaar, der Voden fängt an klebrig
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen