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bcgicßt ihn auch nicht mit Wasser, sondern läßt ihn so lange er
noch glühend erscheint zum Austrocknen und Auswärmen des kost)«
bodcns darauf liegen; hierauf eist hebt man ihn heraus, und «-
parirt den Lischbcden gerade so als ob man den Kochboden aufce«
geben hätle, >n oberwähnter Weise.
Nie Manipulation bei der zweiten und folgenden Cotta weicht
von der ersten nur in so weitab, laß die Bildung des Frischbodens schm
während des Deulpuhens erfolgt, wobei man also keine Gelegenheit hct,
die weichen nicht wegzuputzenden Stellen der Teule im Sauer zu
härten. Uebrigcns erfolgt das Deulputzen, besonders des eisten, der
noch gan; glühend vom Hammer ins Feuer gebracht wird, vi:l
schneller, als bei der ersten Cotta. Dadurch, und noch mehr durch
die früher eingeleitete Vildung des Frischbodens ist die ganze Znt
einer vollen Cottadillung, eines Schmiedens, wie die Arbeiter
diese ganze Periode zu nennen pflegen, bei den folgenden in d>r
Negel um '/u bis ^ Stunden kürzer als bei der ersten Cctt,,
wcßhalb der Umstand, daß nicht alle Kolben oder Tajoli vor Be-
endigung der Cottabildung ausgeheizt weiden können, bei den fcl-
gcndcn Schmieden viel öfter eintritt, als bei dem ersten. Man kann
rechnen, daß die ganze Zeit des ersten Schmiedens meistens nahe
6 Stunden, für jedes folgende aber nur wenig mehr als 5 Stun-
den beträgt. Wenn daher täglich dreimal geschmiedet wird, so for-
dert dies 16 Stunden, u»t> wenn dann noch haltzerrinnt wird,
waS sammt Vor- und Nacharbeit 3 bis 4 Stunden dauert, so bleibt
das Feuer von einer Schicht zur andern nur 4 bis 5 Stunden
frei, aus welcher Ursache die Tag- und Nachtarbeit nicht üblich ist.
Vollzieht mandasHarlzerrennen aber auf einem eigenen Feuer, dam»
kann täglich wenigstens viermal geschmiedet werden, wenn z,wei
Feuer Einen Schlag haben; hat aber jedes Feuer seinen eigcmen
Schlag, dann können selbst fünf Schmicdungen gemacht werden.
Bei der allüblichen Einthcilung der kärntnerischen Stahlarbeit wiirv
auf vielen Hämmern in deli meisten Tagen nur zweimal geschnnie-
tcc und Vöden gemacht, was bei fleißigen Arbeitern jedoch b'loß
an einem Feierabend geschieht.
H. »47. Aus dem Aussehen der Cotta auf di» Qualität des
Stahles zu schließen, ist mit vieler Unsicherheit «eibunden; d>en»
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen