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1925, alsMuchsSohnWolf IsebrandObmanndesVereinswar,wurden–
28 Jahre nach Einführung des Frauenstudiums – Frauen von der Mit-
gliedschaft explizit ausgeschlossen und auch bezüglich der völkischen
Zulassungsbestimmungen wurde eine Vereindeutigung vorgenommen:
„nurDeutsche (Arier)“71.
IV.2.Volkskunde existiert nur alsGermanenkunde –
Jul.Weihnachtsgeschenke undWeihnachtsbaum (1923)
In Nachrufen,Würdigungsreden und selbst in Lexikoneinträgen wurde
immer wieder Rudolf Muchs Bedeutung für die volkskundlichen For-
schungen anderUniversitätWienhervorgehoben.Wirftman aber einen
Blick in sein Publikationsverzeichnis72, so scheint es, als hätte er sich für
volkskundliche Themen überhaupt nicht interessiert, und auch in seiner
über vierzig Jahre andauernden Lehrtätigkeit an der Universität Wien
findet sich nur eine einzige Veranstaltung, die volkskundlich genannt
werden kann: ImSommersemester 1906, unddannwieder imSommer-
semester 1913, las er über „Das deutscheHaus“.73Damit ist aber auch
schon angegeben, was Much unter Volkskunde verstand: Für ihn war
Volkskunde nämlich kein Fach, das einer eigenen Disziplin bedurfte,
sondern ein integrierter Teil derDeutschen Altertumskunde, die freilich
mit seiner Person an derUniversitätWien schon vertreten war.74Damit
einhergehendgaltesfürMuch,nureineVersionderVolkskundezustärken,
nämlich die deutsche.75 Mit den konkurrierenden Wiener Ethnologen
(und auchmit denGeschichtswissenschaftlern) hatteMuch jedoch auch
etwas gemeinsam, nämlich eine historischeWeltauffassung, diemit dem
71 Satzungen des Akademischen Vereins der Germanisten in Wien vom
17.Oktober1925;WStLA,M.Abt.119,A32:92/1926(AkademischerVereinder
Germanisten inWien).
72 Verzeichnis der Schriften vonRudolfMuch (1932).
73 ÖffentlicheVorlesungen anderK.K.Universität zuWien (1897–1918).
74 Daher kommt auch die Einschätzung von volkskundlicher Seite, „that Much
contributed little to thedevelopment of thediscipline“.Bockhorn:Wien,Wien,
nurDuallein (2004), S. 61.
75 DassMuch seine einzige volkskundliche Lehrveranstaltung über „Das deutsche
Haus“ hielt, kann auch alsWürdigung des zeitgenössischwichtigsten deutschen
VolkskundlersWilhelmHeinrichRiehl gesehenwerden,derdas „deutscheHaus“
zuseinenForschungsschwerpunktenzählte.–FürdiesenHinweisdankeichAnna-
MariaKönig,Wien.
IV.2. Volkskunde existiert nur als Germanenkunde 197
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Germanistik in Wien
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
- Title
- Germanistik in Wien
- Subtitle
- Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
- Author
- Elisabeth Grabenweger
- Publisher
- De Gruyter Open Ltd
- Location
- Berlin
- Date
- 2016
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-045927-2
- Size
- 15.5 x 23.0 cm
- Pages
- 290
- Keywords
- German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
- Category
- Lehrbücher