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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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sein Kolleg „schon so viele Stunden verloren habe“, dass er sich „nicht entschließen“könne,„ohnezwingendeUmständeeineweitereabzusagen“. „Gegen die geplante Titelverleihung habe [er]“, soMuch abschließend, „übrigens nichts einzuwenden […].“141 Daraufhin wurde Arthur Haberlandt zwar der Titel eines außeror- dentlichenProfessorsverliehen,142aberbezüglichdesLehrauftragspassierte erneutübereinJahr langnichts,bis sichdervonMichaelHaberlandt, also demVater, geleiteteVerein für Volkskunde der Sache annahm. In einem vierseitigenBrief vom17.Februar1925 fordertenMichaelHaberlandtals Präsident des Vereins, Eugen Oberhummer als Vizepräsident und Josef Weninger alsGeneralsekretär den damaligenRektor derWienerUniver- sität, den JuristenHansSperl, dazuauf, „für eine angemesseneVertretung derVolkskundeandenHochschulenVorsorgezutreffen“.Dabeihandelte essichumeinen„Wunsch“,sodieAbsenderweiter,der„schonoftundvon sehrbeachtenswertenStellengeäussert“wordensei.Darüberhinauswurde betont,dassauch„instudentischenKreisenselbstderWunschseitJahrund TagregeistüberFragenderVolkskundeunddesVolkstumsüberhaupt,wie insbesondere der heimischen deutschen Volkskunde, wissenschaftlichen Aufschluss zu erhalten“.DerHinweis auf deutscheVolkskundewar dazu geeignet,RudolfMuchsAufmerksamkeit zuerregen.MichaelHaberlandt waraberkluggenug,einen„Lehrauftrag[ ] fürVolkskundemitbesonderer Berücksichtigung ihrerRealien“zufordern.143DerZusatz„mitbesonderer Berücksichtigung ihrer Realien“ hatte freilich zu bedeuten, dass der Lehrauftrag eng an das Museum für Volkskunde und somit an Arthur Haberlandt gebundenwerden sollte. Und tatsächlich trat die Kommission daraufhin, am 23.Mai 1925, erneut zusammenund entschloss sich, ArthurHaberlandt beimMiniste- rium für einenLehrauftrag fürEuropäische Volkskundemit besonderer Be- rücksichtigung ihrerRealien inVorschlag zubringen. „Europäische“wurde deshalb eingefügt, da Rudolf Much alles daran setzte, die „deutsche [Volkskunde, E.G.] nicht betont [zu] wissen“; zum einen, weil Arthur Haberlandt, soMuch, „nicht inderLage [sei], solch spezialisiertesGebiet gut zubehandeln“,undzumanderen,weil sonstdieGefahrbestünde,den 141 BriefvonMuchandenDekanderphilosophischenFakultätvom22.Jänner1924; UAW,Phil. Fak.,Zl. 378 ex 1922/23, PA1843ArthurHaberlandt. 142 BescheiddesBundesministeriums fürUnterricht vom4.April 1924;UAW,Phil. Fak., Zl. 378 ex 1922/23, PA1843ArthurHaberlandt. 143 Alle Zitate: Brief vonMichaelHaberlandt, EugenOberhummer und Josef We- ninger an den Rektor der Wiener Universität vom 17. Februar 1925; UAW, Universitätskanzlei, Zl. 573 ex 1924/25, PA1843ArthurHaberlandt. IV. LilyWeiser (1898–1987)224
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Title
Germanistik in Wien
Subtitle
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Author
Elisabeth Grabenweger
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2016
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
290
Keywords
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Category
Lehrbücher
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