Page - 116 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Gebäuden benannt wcrdcn sind, wie die Burg-, Neitschul-,
Landhausgassc, der Hauptwachplatz, oder von besonderen Loca-
litäten hergeleitete Namen haben, als: Morellenfcld, Kühlratte,
Klostcrwics-, Hcustadlgassc u. dgl. m. Ja sogar unbenannte
Gassen findet man noch, die erst der Taufe entgegensehen, wie
dieses <> V. bei jener Gasse der Fall ist, die vom Francifta-
ncrplatze in die Murgasse fülirt.
Endlich fehlt es dieser Stadt auch nicht an solchen Etadt-
thcilen, deren Name ein Lächeln erregt oder sonderbare Neben-
Vorstellungen erweckt. Von der Art sind: das kälbcrne Viertel,
jetzt in die Neuthorgasse umgetauft, so hieß sonst und heißt im
Munde des Voltes ncch immer jener der mittlere!, Minbrückc
zunächst gelegene Stadtthcil, in dem fast alle Fleischbänke der
Stadt ncch immer versammelt sind, wie im Mittelalter auch
die Schmide in dcr Schmidgassc es waren; der VselsstaN, ein
großes Haus »»nächst dem inneren Paulusthcrc, das seinen
Namen daher haben soll, weil einst hier die herzoglichen Maul»
tl'icrc ihre Ställe hatten; das Paradeis (Nr. >N1), ein altes
umfangsreickcs Durchhaus, das einst die berühmte Protestantin
schc Schule (das Stift, die Stiflschulc genannt) enthielt und
für die Landesgcschichtc sehr wichtig ist; die drei Säcke (dcr
erste, zweite und dritte Sack), höchst wahrscheinlich so genannt,
weil sie, vom Hauptwachplatzc in einer ansehnlichen breite
ausgehend, sich allmählig sackartig »wischen dem Flusse und dem
pralligcn Schloßbergc »u einem schmalen langen Gäßchen ver»
engen; die neue Welt; die Flchgasse, die Arche Noe, die Seuf-
zer-Allee, die Kcsakcngasse, der Flicgcnplatz u.dgl. >n.
8- «.
G a s s e n l e b e n .
Grätz gehört in die Reihe jener Orte, auf deren Stra-
ßen und Plätzen ein reges Leben sick bewegt. Wenn gleich
die Zahl der die öffentlichen Orte belebenden Wägen im Gan-
zen eben nicht sehr groß ist, auch dcr betäubende Lärm der
Residenz hier gänttich fehlt und man sich, aus Wien nach
Grätz versetzt, von einer wohlthucndcn Stille umfangen fühlt;
so ist doch die Menge dcr Fußgänger, die sick, i» den Straßcn
hin und her bewegt, sehr bedeutend, und das Bild, welches das
rege Straßcnlcben gewährt, ein sehr anziehendes, mannigfal-
tiges und '.'iclbcwegles. Die größte Lebhaftigkeit des Verkehrs
herrscht auf dem Hauptwachplatze, in der Herren- und Mur- ,
gasse, die Sporgasse hinauf und den ersten Sack entlang. In H
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918