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Später wurde auch über diesem Thore ein Gebäude von
einem Stockwerke aufgeführt, welches seit dem Jahre 1595
das Stabsstcckl>aus in sich enthält, im Viereck angelegt ist,
und innerhalb beider Thorseiten einen hofartigen Raum ein-
schließt. Gewaltige Steinpfeiler aus Quadern tragen die hohen
Wölbungen, auf deneu diefer Van sich erhebt, und bilden hal-
lenartige Durchgänge für die Fußgänger.
Bei dem Austritte aus diesem Thore wird man durch
eines der schönsten landschaftlichen Gemälde überrascht, das sich
l'om Thorc weg durch die stattlichen Alleen, den dahinter uud
über ihnen sich «'liebenden mit zahlreichen Landhäusern besetz-
ten Nosenbcrg und die Verberge des Schöckels bis zu diesem
gewaltigen Vcrgkolcsse selbst stusenweise aufbaut und ein Ge-
birgs - Amphitheater bildet, so schön, daß man gewiß an we-
nig anderen Orten ein ähnliches aufzufinden im Stande sein
dürfte.
Ieuseit des Schlosibergcs, zwischen diesen und das in den
Jahren 1829 und 18Z9 nen erbaute Inciuisitions-Haus ein-
gezwängt, — welches ;ur Verschönerung der Tbor-IImgebnng eben
nichtö beiträgt, da es ein unregelmäßiges Gebäude ist, dein
die nach auswärts gekehrten kleinen Arrestfenster ein unfreund-
liches Aussehen geben, — befindet sich das nördlichste der Grä-
tzer-Stadtthore, das Sacktbor, welches aus den drei Säcken
der Stadt ;ur oberen Kettenbrücke und Steinbruch-Linie und
in diejenigen Vorstadtthcilc führt, welche dem linken Vcurufer
zunächst liegen. Das alte Thor, wahrscheinlich aus dem fünf'
zehnten oder aus einem noch früdcren Jahrhunderte, stand
ueben an in der Tiefe nächst dem Flusse.
Dieses Tbor bat kein Tl'orgewölbe, sondern bestellt aus
einer einfachen Mauer, die >.'cn einem größeren Rundbogen und
zwei niedrigen Seitenthüren für die Fußgänger durchbrochen,
ebenfalls im Nnstico - Stule gezeichnet und mit einem gegen
die Spitze unterbrochenen Giebel verleben ist. In dem durch
die Unterbrechung des Giebclsimscs entstehenden offenen Felde
erblickt man den gekrönten doppelköpfigen kaiserlichen Adler,
der an der Vrust das österreichische und steicrmärkische Wap-
pen hat und in den Schnäbeln ein schmales Vand hält, an
dem das Oldens;eichen des goldenen Vließes hängt; ihm zur
Seite ist zu lesen:
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918