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recht ein hohlkchlenartig cingeschnüegtcr Stab in der Gestalt
eines aufsteigenden Gesimses. Oben werden beide durch einen
horizontal liegenden Stab von gleicher Art verbunden. Das
Gan>c bedeckt eine von einem Kreissegmente getragene, und
durch die bekannten rachenförmigen Blumenblätter verzierte
Wölbung. Der Raum, der durch jene Stabeinfassung über dem
Eselsrücken zu beiden Seiten der Nose entsteht, ist durch vier'
Wappcnschildc und zwei Inschriftenbänder ausgefüllt. Rechts ist
ein Schild mit dem portugiesischen Wappen wegen der Kaiserin«
Eleonore, Gcmalinn Friedrichs IV-, darunter ein zweiter mit
dem steierischen Panther, daneben ein flatterndes Vand mit
der Jahreszahl 1^,6 (1456), und links zeigen der obere
Schild den doppelkopfigen Reichsadler, der untere hingegen las
österreichische Wappen und das Inschriftenband die bekannte
Devise Kaiser Friedrichs IV.: .V. L. I. 0. ! / . ' ) .
Von den Wandgemälden, womit einst ein großer Theil
der Gicbelscite geziert war, erspäht man einige nur noch durch
den Kalkübenug hindurch; drei davon hingegen sind bioher,
wenigstens zum Theilc, von der Kalktünchc verschont geblieben,
welche die übrigen vielleicht für immer bedeckt hat. Die zwei
größeren zeigen die Mutter der Gnaden, als Zuflucht der Sün-
der, und Christum am Oclberge von den schlafenden Jüngern
umgeben. Beide beurkunden einen tüchtigen Meister seiner Kunst
aus der schönen Zeit Albrecht Dürrers, und einen Maler, der
nicht nur mit dem, was Teutschland in der Kunst Großes und
Schönes in jener Zeit hervorbrachte, sondern auch mit den
Leistungen der besseren Italiener vertraut war. Unter den
Frauen, über die sich im crstercn Bilde der von Engeln ge-
haltene golddurchwirkte Mantel der Himmclstönigiun schü-
tzend wöldt, gibt es Gesichter, in deren lieblichen Zügen alle
Tugenden des Weibes, Unschuld und Frömmigkeit, bescheidene
Ergebung in die unerforschten Beschlüsse der göttlichen Vor-
sehung und hoher Seelenfriede so rülnend ausgedrückt sind,
daß man sich von ihrer Betrachtung nur schwer trennen kann.
An der Spitze dieser renenden Frauenschar, in der Kopf an
Kopf dicht an einander gedrängt sich zeigt, kniet der ritterliche
Kaiser Maxi., die zusammengefalteten Hände inbrünstig zum
Liese Buchstabe,, und verschiedentlich ausgelegt worden, als:
Hllo5 I5s«!re!«:I» I^t Oesterrcioll v»tlll!'2!>.
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918