Page - 162 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Image of the Page - 162 -
Text of the Page - 162 -
ses Bandes erblickt man zunächst über den oben angedeuteten
Landplagen den breiten Gipfel einer Anl'öbe, an dem links
eine Schar von Welt- und Klostcrgeistlichen, einen Kardinal
an der Spitze, empcrwandelt, und bereits bis an die Zelle dcö
heiligen Francisco vorgedrungen ist, und rechts ein Zug von
Wellleulen durch die Heiligen ^ranz und Tominicus empfan-
gen wird. Die Mitte zwischen diesen beiden Gruppen und den
höchsten Punct der Hochfläche nimmt ein in drei Zellen ge-
lhciltes Gebaute ein. In der mittleren tirchenartigcn Zlblhci-
lung demselben sitzt ein heil. Papst, vielleicht GregoriuS der
Große, nut einem offenen Buche auf dein Schooße; in der
Zelle zu seiner Rechten kniet der yeil. Franciscus Serapl'icus,
und in jener zur Linken der heil. Tominicuv, beide durch flat-
ternde Inschriftenbändcr als solche bezeichnet. Alle diese Gestal-
ten sind nickt weniger meisterbaft ausgefüllt. — Tiefer gaiue
cberc Thcil des Bildes ist noch vollkommen gut erdalien.
Der Schilderung dieser Kunstwerke ist absichtlich mehr
Raum gewidmet worden, als das Ebenmaß billigcrweisc er-
heischt hätte, theils weil sie wirtlich das Ausgezeichnetste sind,
was die Stadt im Gebiete der Kunst irgend aufniweisen hat,
und theils um dadurch auf diese wertvollen Gemälce-IIeber-
rcste gebührend aufmcrtfam ^u machen, deren weitere Ver-
nachlässigung der Stadt zum bleibenden Vorwurfe gereichen
würde. Wenigstens sollte das große Bild durch Ilebcrdachung
geschützt, das Letztere vom Staube gereinigt, und beiden die
Aufzeichnung des Stiches, deren sie gewiß im hohen Grade
würdig sind, zu Theil werden.
Von den Grabmälcrn, welche an der äußern Kirchen-
wand angebracht sind, verdient bloß dasjenige eine besondere
Aufmerksamkeit, welches an der dem Hochaltar entsprechenden
Wand des drciscmgen Chorschlusses angebracht ist. Os ist ein
Denkmal des HoftauUerS Herzoge Karl l l , , Wolfgangs Schräm
von Schranzcnegg und Forchienstain, der hier am 24. Ocicber
1594 verstarb. Es ist nur darum bemerkenswert», weil dieser
Mann die Seele der Unternelnnungen jenes Erzherzogs und
seiner Gemahlinn gegen den Protestantismus und der besondere
Gönner des durch Um in der Steiermark eingeführten und
mächtig gehobenen Jesuitenordens war.
Sechs Stufen, davon aber zwei erst durch die späteren
Abgrabungen, welche die Negulirung der Kirchcnterrasse noch-
wendig machte, beigefügt werden mußten, führen am Thore
der Giebelwand in die Kirclie selbst hinein, deren Fußboden ^
s<
back to the
book Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung"
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918