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jetzige bockst erfreuliche Gestalt gebracht und reichlich ausge-
schmückt wurde, und nicht nur dem Fürstbischof nir Verrich-
tung seiner Andackt dient, sondern anck, da sie von dem Fürst-
bischöfe Grafen von?!rkc am 10. August 1782 auf den Titel:
„des ;wolfjäbrigen Jesus im Tempel" consecrirt wurde, >u bi-
schoftichen Functionen gebraucht wird. Sie enthält mel're der
Betrachtung würdige Bilder. 3)en Altar schmückt eine Nnioi'
llo!oio5n, deren tiefer Seelenschmen ergreifend ist. Ihm ge-
genüber bangen die drei besten Gemälde der Kapelle: ein aus-
ge:eichnet berrlicher Kal'.'arienberg mit den drei Kreuzen, auf
dem, ausier der geistreichen Auffassung der Sonnenfinsternis;,
der dadurch hervorgebrachten cffectreichen Beleuck'tung, und der
richtigen Zeichnung des Nackten in den drei Gckrenugtcn, be-
sonders der Weltheiland in seinem letzten Tcheideblicke eine tiefe
Rührung erweckt; eine Anbetung der Hirten und die Ankunft
der drei Weisen aus dem Morgenlande, zwei Stücke, die von
niederländischen Meistern zu sein scheinen. — Eine eigentbüm-
Uche Kunstrichtung unserer Zeit repräsentirt das Bild von Ober-
rauch, die wie ohnmächtig dahingesunkene heil. Philomene mit
lange hcrabwallendem Kopfhaar, welche zwei liebliche Engel
stützen, deren einer ihre Schultern mit 57el begießt. — Der
heil. Anton von Padua auf der anderen Teile des Altars, ein
Geschenk der Fran Gräfinn Tarnowsta, ist ein neues, aber
sehr gutes Bild voll ernster, würdevoller Haltung, Färbung
und richtiger Zeichnung; höchst wahrscheinlich die Copic eines
Paduaner - Gemäldes. — Ringsum an den Wänden hängen
vierzehn kleine Vildchcn mit den ^eidensstationen des Herrn,
von Johann Lcitner, einem noch lebenden Maler; eine Copie
des Bildes der kaiserlichen Gallerie von (iiuzo^c Kiliri!,,
genannt il ä^nFnoIeno, welches Christum vor den Schriftgc-
lelutcn im Tempel darstellt, und zwei Bilder des Iesuiten-
Laienbruders Fran> Siecher, nämlich zwei Bruststücke, Chri-
stus und Maria, beide mit dem strahlenden Herren vor der
Brust, welche nicht ohne Verdienst und jedenfalls gelungener
als jene der Piiesterhauskapellc sind.
Nicht minder hat auch das lDamenstift (Nr. 19) seine
eigene Kapelle, die noch immer den Stiftsdamen nun Ge-
brauche dient, aber durchaus niäus Bemerkenswcrthes enthält.
Die Hauskapclle des Admcntcrho fcs (Nr. 309),
welche im ältesten Thcilc desselben liegt, und worin alle Sonn-
und Feiertage und auch sonst zuweilen Messe gelesen wird,
hat zwei sehr gute Bilder auf Kupfer, den englischen Grus! ,
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918