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e^in einfaches schmales Ziegeldach trägt, das eine zweite ganz
freie Vcrbindungsgallerie überdeckt, die aus der eigentlichen
Vurg nach jenem Schwibbogen hinübcrfülnt, mittelst dessen
die Vurg mit der Domkirche :u!ammenbängt. Die an diese
Mauer beiderseits sich anschließenden schmalen Gebäudetdeile
enthalten nur wenige breite Fenster und sind übrigens ganz
unbedeutend. — Die mancherlei einzelnen Abteilungen des
weitläufigen Gebäudes enthalten des Merkwürdigen und Se-
hcnswerthen noch immer ziemlich viel.
Durch das cbenbeschricbene Tlicr betritt man den ersten
der vier Hose, welche die Vurg einschließt, und befindet sich u»<
tci jenem hohen '.'on schlanken Pfeilern getragenen Gewölbe,
welches dem erwähnten Verbindungsgangc zur Unterlage dient,
und au das sich eine ebenfalls von gegliederten Mauerpfcilern
gestützte, überdachte Einfahrt anschließt, unter deren» Schutz rechts
eine gewöhnliche neuere Stiege in die kaiserlichen Appartements
(jetzt die Wohnung des Landes-Gcuvcrucurs) und links eine
offene mit korinthischen Säulen und schöner Stuccaturarbeit,
dem kaiserlichen Adler und anderen Verzierungen reich geschmückte
Stcintrcppe in den älteren und zwar in jenen Tbcil des Ge-
bäudes geleitet, den heut <u Tage das k. k. Gubernium (die
höchste politische Landeestcllc) mit den ilnn bei- oder unterge-
benen Behörden der Vaudirection, des Fiscal-, des Vücher-Ne-
visicnsamtes :c. inne bat, und der dem Tome ;unachst gegen-
überliegt. — Der Anblick dieser Treppe, vom Hose aus angesehen,
in Verbindung mit der Einsalirioballe, den darüber liegenden
Verbiudllugsgängen und dem dabinter sich erbebenden Tome
und Mausoleum ist ein hockst malerischer, und diese Partie un-
streitig die interessanteste der gaiuen Vurg.— Eine dritte höchst
eigenthümliche Toppelwentcltrcppe, das merkwürdigste Vaustück
des ganzen Gebäudes, fülnt im Hintergrunde dieses Hcses in
einen anderen um ein Stockwert böber gelegenen Hof und zu
Gängen, welche unstreitig dem ältesten Tlieile der Vurg an-
gehörten. Diese Eicmtreppc besteht aus zwei Armen, die sich
abwechselnd vereinigen und wieder treuneu, und in dieser Ge-
stalt, bei zierlich ausgeschmückter Spindel und Einfassung, bis
in das zweite Stockwerk emporsühren.
Gin Vrunnen immer fließenden Wassers, das zuerst Erz-
herzog Karl II. im I. 1571 (siehe S. 8) vom Nosenbcrgc
hatte hcreinlciten lassen, belebt durch sein melodisches Plätschern
die Einsamkeit, welche gewöhnlich in diesem Hottaume herrscht,
, an dessen hohen Wänden mau, außer dem Uhrthurmc, der
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918