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am 39» Juni 1-494 ausgefertigte Urkunde von dem Grund-
zinse und jeglicher Steuer und allen Gemeindelasten, zu denen
cs früher verpflichtet war. Noch mehre andere Ankaufe benach-
barter Häuser geschahen von Seite der Landständc im Laufe des
darauffolgenden und im Anfange des siebzehnten Ial'rlmn-
derts, deren Besitz den Ständen Gelegenheit gab, den Pallast
zu seiner gegenwärtigen Größe zu erweitern, und «war zuerst
den noch jetzt bestehenden geräumigen sogenannten Rittersaal,
welcher gegenwärtig eine Art Vorsaal des jetzigen Landtags-
saalcs bildet und bei großen Produktionen des MusiVereins als
Eonccrtsaal benützt wird, zu bauen. 3er westliche Theil des
Gebäudes scheint schon im I. 15>N vollendet worden ;u sein,
wie der in der Schmidgasse am Eingänge in das Landl,ausgäß,
chen hoch oben eingemauerte Stein mit der Iaknalü 15,il an»
zeigt. Die Wände dieses Saales waren einst mit den Wappen
der damaligen ständischen Geschlechter der Steiermark ausge-
schmückt. Indessen wurde scwol an diesem Saale, als auch an
dem ganzen nördlichen Tlieile des Landhauses mit längeren Iln^
terbrechungcn bis beiläufig zum I. 1565, nicht nachgezeichne-
ten Plänen oder Baurissen, sondern nach Modellen fortgebaut
und die oben erwähnte innere Einrichtung vollendet. Zu Anfang
des vorigen Jahrhunderts wurde der große, «wischen den zwei
Höfen liegende jetzige Landtagssaal, in dem die Landtage und
durch die Gefälligkeit der Stände jährlich anch die allgemeinen
Versammlungen der Landwirlhschafls-Gesellschaft und des in-
ncröstcrreichischcn Industrie-Vereins abgehalten werden, erbaut,
bei welcher Gelegenheit, als man nämlich den Hanpteingang
in denselben durch die Wand des Rittersaales brach, die früher
crwälmten Wappen zerstört wurden. Jener Saal hat ein lebens-
großes Vildniß de» K. Franz I., von dem Hcftammermaler
Höchle im I. IK11 gemalt, und einige gute Filter über den
Thüren. So erlangte das Landhaus nach und nach seine jetzi-
ge Gestalt ' ) .
Heut zu Tage ist es ein langes, zwei Stockwerke hohes
Gebäude, das den Vcschaucndcn durck seine gealterten schwarz-
grauen Mauern; durch die unsrineirischc Stellung der beiden
Thore, davon nur eines wirklich ein solches, das andere hinge-
gen nur scheinbar ein Thor ist; durch seine in den zwei unlc-
<) Sichc h,eru!,cr lcn Aufsatz des stän». Archivars, hrn, I, Warlinqer i
Eütsteliunq des Lanl>!)>,uscs «0>r Stu„0chauscs >n >.«r>,y: >n »cr neue»
Folge ocr stcicrnmrt. Zc>tschr,lt voi» I, >8)U, !. Jahrgang, l, Hcft,
S. llü u. s ,r.
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918