Page - 252 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Image of the Page - 252 -
Text of the Page - 252 -
sucht, lind Wiefenplätze mit Busch- und Baumpartbien in ein
harmonisches Verliältnisi gestallt. Was indes! gegenwärtig noch
weniger ansprechen mag, wird in wenig Ialnen seinen Effect
machen. Um den Schlosibcrg, der auf diese Weise eine der
angenehmsten Promenaden der Stadt bildet, besuchen ui kön-
nen, fül'ren sowol Fahrwege als Fuslpsade binan. Der nächste
ist der vom ,^armeliterplatze aus durch den Bogen eines Dau-
ses gebende Falnweg, >in dem sich ein in Zickzack wendender
von Hainbuchen und Acacien beschatteter Fußpfad anschliefit.
Beide führen zunächst an Helle's Gastbause und Gartenter»
rassc vorüber. Wenige Schritte bobcr tritt man auf den süd-
lichsten Vorsprung des Sckloßberges, auf welckem der durch
seine Bauart auffallende Nl'rtl'urm befindlich ist. Seine gigan-
tischen Zeiger auf allen vier Heilen und die sie vcn Viertel-
stunde ui Viertelstunde begleitenden l,elltlingcnden Tcne der
Glccke geben für die Stadt und Vcrstadte den wichtigsten Zeit-
vertünder ab. lieber dem Zieferblattc ist die Wcl'nung des
Thurmwächters. Die Nl'r selbst ist eine genau gearbeitete Pen-
deluhr '.'cn I. Geist, die mittelst eines sinnreich angebrachten
Mechanismus die Zeiger am Thurme von Minute m Minute
in Bewegung setzt.
Vcu diesem Punctc wird man sich nickt leicht trennen,
olme sein Auge über die ;u seinen I>üs!en befindlichen Häu-
scrmassen der Statt auf die Landschaft längs dem Strome
und auf die in blauer Ferne verschwimmende Gebirgskette
lange und nachdrücklich gcl'cftet m l'aben. Ein wundervolles
Vild stellt sich hier dar, in welchem kein einüger Zug an
Lieblichkeit und Aumuth dem andern nachstellt. Durch die
breite Ebene «cn reichen Saaten geschmückt, schlängelt sich der
Strom gleich einem Silberbande. Aus den bebuschten Auen,
am Saume der seitlichen Berge und Hügelreil'en tauchen in
mannigfaltigen Grupvirungen Schlösser, Dörfer und einzelne
Hütten bervcr, und noch in weitester Ferne blinken im Abend-
stralil die glänzenden Spitzen der Äirchiliürme herüber. Ein
Mittelgebirge, das Sausalgebirgc mit dem Demcrtogel und
hinter demselben die Gebirgskette vor der Drau, zuletzt das
Vachergebirge begränzen den Horizont.
Verfolgen wir den an der Ostseite des Berges eben lun-
laufcnden Weg, so gelangen wir zu dem gcihischen Wasser-
thurme, zur Rcsenlaubc und dem rüstiken Kiosk, dem Musik-
Pavillon und der Schwcizerei/ alles durchaus neue Anlagen ^
back to the
book Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung"
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918