Page - 256 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Image of the Page - 256 -
Text of the Page - 256 -
>«<>GM
Zweites Kaftitcl.
Die Vorstädte.
8- «-
Ihre Zabl und Einth eilung.
In früheren Zeiten und noch vor wenigen Iabren er-
schien Grätz mit >.'icr Vorstädten in den Conscriptions - Vu-
ckern, im Provinzial-Schematismus und in anderen Werken,
nämlich: mit der Iakomini-, Münlgraben-, St. Leonbarder-
und Mur-Vcrstadt. Gegenwäitig si,I,rt man sie in jenen amt-
lichen Schriften nur mit zwei Vorstädten auf, der dcö linken
und jener des rechten Murufcrs. Die Vorstädte des linken
Nfers sind auch, gleich der inneren Stadt, Zumeist in der
Fläche ausgebreitet, und durch das schöne baumreiche b'Uacis
von der Stadt getrennt, und von einander noch immer, tro!»
der vielen Bauten, welche die letzteren Iabre erstellen saben,
durch Wiesen und Felder getrennt, ja zuweilen sogar eine
Vorstadtgafse von der andern durch Garten und Weingärten,
oder durch das tief eingeschnittene, wenn gleich nicht breite
Veite eines jener Bäche geschielen, »reiche durch diesen 3!'eil
des Grätzer-Weichbildes ibren Lauf nach der Mur verfolgen;
dock liegen viele ihrer Landhäuser und Win,crbütten ganz vcr-
ein,elt auf den Hügeln und Bergen zerstreu«!, welche sich ge-
gen Morgen und Mitternacht erbeben.
Die Vorstadt des rechten Murusers liegt durchaus eben,
ücmlich tief und größtenlbeils Zwischen der Mur und dem
einen der zwei Müblgänge zusammengedrängt; nur einzelne
Häuser sieben auf einem um einige Klafter erbebten Nserrande
(dem Dominikaner-Riegel) des ebemaligen Flußbettes, das
aber der Strom schon seit Iabrtausenden verlassen baben mag.
Die am tiefsten gelegenen Tbcile der Vorstädte sind die
Froschau an der Ausmündung des Giälzbachcs in die Nur,
die Karlau und Thcile der Murvcrstadt; diese ist auch der
ungesundeste Tbeil von Grätz eben so sebr durch tiefe Lage,
schlechtes Trinkwasser und die feuchten tief eingesenkten Ordge-
sckosie, als auch durch die dem Eindringen des Wassers aus-
gesetzten Keller.
Die Vorstädte verfallen wieder in Viertel und in Stcuer-
gcmeinden. Der Viertel zählt jede der beiden Vorstädte sechs '),
back to the
book Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung"
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918