Page - 261 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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während des Jahrmarkts die Töpfer ihre Geschirre aus, stehen
stets einige Fiakers, befinden sich das Poststallamt im Gast-
hofe zur Stadt Trieft (Nr. 71) und die t. k. stcierm.
Obcr-Postvcrwaltung, Vricfpost- und Postwagen-Expedition
in dem großen stattlichen Iakominihause (Nr. 121), in
dem auch der Industrievcrein seine Kan;lei, Zcichnungsanstalt
und Musterwaarcn-Sammlung und das k. t. Lottoamt sein
Amts-Locale hat. Die Statue am Brunnen im Hofe dieses
Hauses, so wie auch das den Merkur, als den Gott des Han-
dels, darstellende Basrelief am Giebel des Hauses, sind vom
Prof. Klicbcr.
In dieser Vorstadt liegen auch in der Zimmerplahgasse
das Coliscum (Nr. IN?) und die ständische Hufbe»
schlag-Lehranstalt (Nr. 189), von deren letzterer an einem
anderen Orte die Rede fein wird. — Das Erste«, ein großes,
im Gevierte erbautes Gebäude ohne Hof, dessen Stelle ein
kreisrunder, 65 Fuß hoher und 64 Schuh im Durchmesser
haltender Saal einnimmt, der sein Licht von oben mittelst
einer nach der Angabe der Herren Zimmermeistcr Christoph
und Anton Ohmeyer ausgeführten kuppelförmigcn Lichtöffnung
empfangt, zwei Gallerien und fünfzig logenartigc Abtheilungen
enthalt, wurde von dem Architekten und Fabrik»-Inhaber I.
V. Witlialm, dessen Eigenthum es noch ist, in den I. 1838
und 1839 mit einem Kostenaufwande von mcbr als 60,099 st.
E. M. erbaut und zunächst für Militär-Einquartierungen be-
stimmt, aber auch sonst noch >u Bällen, Ncunicnen und grö-
ßeren Volksfesten, der runde Saal auch, jedoch sehr selten, zu
equilibristischen Künsten und )u Productionen in der Kunstrei-
terci benutzt. Dieser Saal ist auch für die öffentlichen Sitzun-
gen der Naturforscher bestimmt, welche sich im nächsten Herbste
liier versammeln werden. Von Außen n> niedrig und zu ge-
drückt, macht dagegen im Innern die große Eintrittohalle mit
der breiten, in guten Verhältnissen erbauten Stiege, welche in
die oberen Gemächer und Säle führt, einen durchaus entspre-
chenden Eindruck. Die linke Seite, gleich dem hintersten Flügel,
dem geselligen Vergnügen gewidmet, 18 Fuß hoch, 42 Fuß
breit und 360 Fuß lang, ist durch Glaswände in drei Säle gc-
tlieilt. Die rechte Seite und das Erdgeschoß find gemeinhin zur
Einquartierung bestimmt, ,war von den derilnicrhaltung gewid-
meten Räumen gan> getrennt, können aber doch wieder mit ihnen,
wenn es große Feste erbeischen sollten, in Verbindung gesetzt
werden. So hat es hinlänglichen Raum für 1400 Mann Mi- ,
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918