Page - 262 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Utäl und kann bequem 2 —3WÜ Menschen ;u geselligem Ver-
gnügen aufnehmen. I» diefem Iabrc wird noch eine gan; neue
Gallcrie zu Speisesälen hiiuugcfügt, in denen sich im Herb-
ste die Naturforscher ;u,n Mittagc>!»alc vereinigen werten. —
Außer dem Coliscum ist in diesem viertel auch noch das Haus
3ir. 196 zur Unterbringung !ec> Militärs in eine Kaserne um-
gewandelt; am Zimmerplatze eine Firnißfarbeu-, dann Hol^-
petrificaiicns^ Erzeugung (Nr. 1!>?) und in der Klosterwics-
gasse (Nr. 114) eine Vagenfadrit bemerkenowertb.
In der Neitschulgassc lieg! die ständische Reitschule
(Nr. 98), an der die Stände der Steinmart schon aus alle-
rer Zeit her einen bereiter, welcher Zugleich die Reitschule dc-
aufsicktigl, besolden, der die Verpflichtung hat, die ilnn von
den Ständen lugcwicfenen Jünglinge ständischer Al'tunst in
seinem ivache ,u unterrichten, wofür er außer einer Besoldung
von 7NU fi. noch freie Wolnning genießt nnd ,i<)0 fi. nir Un-
terhaltung >.'on Schulpfcrden bezieht. Nach dem Vrcmde des
ständischen Theaters war in ihr vom Jänner 1824 bis Octo-
ber 1825 die Schaubülme aufgeschlagen.
Am Glacis, von ihr nur durch die ßliaussee getrennt,
liegen der Hcl;platz, de>Ien Bcstiuunung schon der Namc
bezeichnet, und las VetHaus der evangelischen Ge-
meinde (Nr. 37). Der erste« ist erst in der neuesten Zeit
entstanden (siebe S. 106) uud auf zwei Seiten von hübschen
Häusern umgeben, während die dritte gegen das Glacis hin
offen und die vierte von der Gartenmauer des evangeli-
schen Vethauses begräntt ist. Tiefes ist ein Eigcntlmm der
evangelischen Gemeinde augsburgischer und helvetischer Con-
fession.
Wenige Jahre, nachdem Martin Luther seine Thescs ge-
gen den Ablaß in Wittenberg öffentlich angeschlagen, ja schon
zur Zeit, als der Reichstag ,u Augsburg (!>',,W) der neuen
Lehre nock keinen festen, gesetzlichen Halt gegeben hatte, wa-
ren nämlich die Grundsätze der Reformatoren bis in diese Ge-
genden vorgedrungen; denn damals schon hielt sich seit einiger
Zeit bei der deutschen Ordenskirche St. Kunigund am Lcech
ein Prediger der neuen Lcbre auf, die er iin'geHeiin ni verbrei-
ten suchte; und um dieselbe Zeit pflegte auch, begünstigt von
Jakob und Scufried von Eggenberg, ein alter halbblindcr Mann,
Namens Balthasar, unter einem großen Lindcnbaume in der
Eggenbergisckcn Stift (siehe S. 2-13) unter großem Zulaufe
des Volks die Lehre Luthers zu predigen; im I. 1530 end-
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918