Page - 348 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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ruliigern Irren unterbringt. Die Ziminer sind durchaus licht,
deck und gewälnen eine freie Aussicht; überließ e»ll)ält jedes
Geschoß ei» großes Arbeite- und Speisezimmer. In demsel-
ben Gebäude ist auch tie Wol'nung des Ordinarius. Zwischen
der altern und ncuern Anstalt liegt der mit Alicen bepflanze
Garten, der durch eine Bretterwand in ^wei Tl,eile für beide
Geschlechter geschieden ist. Jener für Männer ist mit einer
ilegelstatte, der für Weiber mit Gartenbeeten zur Vepfianzung
'.'ersehen; neben dem altern Gebäude befindet sich ein eigenes
Badeliaus »nit den nölhigcn Vorrichtungen zum Touche-, Spri!>-,
Äegcnbad u. s. w.
Troy der im Ialne 182? erfolgten Erweiterung der Ir-
renanstalt steht die Größe der ^ccalilät mit der Zahl der darin
befindlichen Irren in keinem Verhältnisse; selbst die kleinsten
hellen sind mit drei biö vier Betten belegt, und Tobsüchtige
tonnen nicht immer von den Nebrigen geirennt werde». Bloß
».ich den Oicschlechtern und Zalilungc'classe» der Irreil findet
eine vollkommene Scnderung Statt. Das! diefc Vefchränktl'eit
des Naumcö auch dein Heilzwecke nicht forderlich sei, «nier-
liegt keinem Zweifel '). Auü demselben Onunde ist cö schwie-
rig , die Beschäftigung der Irren nach ei,iem grosien» Masi-
stade ^u leiten; die Äiänner werden angehalten, Hol', für die
Heilanstalten m schneiden und ^u trage,», die Weiber 'lim
Hpinncn, Stricken, Nälien; die Gebildeteren sucht man durch
,^'ectüre, wonl eine kleine Hausbibliothet und mehre Zeitschrif-
ten anü dem ^eseverein deö Ioanncumü diene», durch Ab-
schreibt! u. tgl. ;u beschäftigen.
In Rücksicht aus Kleidung und Verspeisung gelten im
Wesentlichen dieselben Vestimmungcn, wie im Krankenyause.
Besuche bei Irren sind nur gegen eine Einlaßkarte deö ^r-
tinari»!? gestattet.
Die Vcrpflegökosten, die für Irren aus dem Pomö-
rium Gräy monatlich, für Auswärtige aber vierteljährig m
entrichten sind, belaufen sich in der ersten Claffc täglich auf
l fl. 1« kr. C. M., in der zweiten auf -i« kr., in der dril-
len auf 24 kr. Im Durchschnitte tostet ein Irre jährlich un-
gefähr 125 fl. C. M., also weniger, als in den frühen, Jah-
ren, indem die Auslagen beinahe 15«) st. betrugen.
Der Ordinarius, welcher einen Gewalt von 800 ft.
O. M. bezieht, wird durch einen' chirurgischen Practicanten un-
!, D^'r zu gcwarl>ge»?c Bau eines neu>n Irre,'>!>>uses wird auch m d>,>
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918