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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Page - 364 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung

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364 Nach Dr. v. Vest wurden in dem Zeitraum« von 1820 — 1831 jährlich im Durchschnitte 38 l verpflegt, 59 davon entlassen, es starben 7l,5, somit nur 18,») pCi. Sierblichleit. Die bedeutende Differenz in der Zayl der Entlassenen und Verstorbenen erklärt sich aus dem Umstände, daß man seit dem Jahre 1829 wegen des größern Zudranges nur wirt- lich Sieche und solche, die unheilbar erscheinen, in der An- stalt aufnabm. Naä, einem Durchschnitte aus den Jahren 1838, 1839 und 1840 blieb ein Siecher 253 Tage in der Anstalt, und kostete für seine Verpflegung allein ?0 fi. 42 V2 kr. oder täg- lich 1 l-/? kr. Hierin sind aber die Auflagen nicht begriffen, wclcke die Anstalt sür Besoldung des angestellten Personales zu machen genötlugt ist. Stall der Natural-Verpflegung kön- nen die Psründncr ein tägliches Kostgeld von l2 kr. W. W. beziehen, wenn es der Ordinarius nicht aus Sanitats - Nüct- sichten für sie nachtlicilig findet. Offenbar mußten die Verpstegungstosten weniger betra- gen, wenn die nietcrn Dienstleistungen im Hause bloß von Siechen verrichtet würden. Uebrigens hinterle bisher die Be- schränktheit der Localität, ein gewisses System der Beschäfti- gung für Sieche einnlführen, durch welche der Zweck einer solchen Anstalt erst völlig erreicht wird; sie soll ihnen nämlich die Mittel an die Ha»e geben, nach Maßgabe ihrer Kräfte sich und der Well nützlich zu sein. Für sieche Kinder und junge Leute, welche ganze Jahre in der Anstalt Zubringen, ohne die Schule besuchen ;u können, wäre ein passender Un- terricht im Hause ein wahres Vedürfniß. Erst die großartige Erweiterung ter Anstalt wird auch in dieser Hiusicht eine Reform ;u lassen. Die eigentliche Hausordnung, die in der Anstalt besteht, ergibt sich aus der Art der Bewohner von selbst. Wenn nicht Sanitäts-Äücksichlen, die abschreckende Form der Krankheit cdcr polizeiliche Maßregeln eine Einschränkung nctliig machen, so ist den Siechen bei Tage freier Ausgang gestaltet. Um je- den Mißbrauch diefer Freiheit ;u vcrhüthen und dem Bcttcl,- unwesen m steuern, werden sie durch Beiteln derselben ver- lustig. Jeder trägt außer der Anstalt die eigene Haustleidung cdcr ein kennbares Zeichen, daß er sich in einem Wohlthälig- teitshause befinde. Die Aufrechtlialtung der ganzen Hausord- nung steht vorniglich dem Wundärzte und Inspicienlen zu, die in dem Hause wohnen.
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Title
Grätz
Subtitle
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Author
Gustav Schreiner
Publisher
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Location
Graz
Date
1843
Language
German
License
PD
Size
11.55 x 20.25 cm
Pages
638
Keywords
Graz, Steiermark, Stadt
Categories
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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