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jetzigen Arbeitshauses bestimmte. Als jedoch K. Iosepl, II.
jene großartige Reform aller Humanitäts-Anstalten vornalnn,
wurde sie mit dem allgemcinen .<ira»tenl,ause vercinigt und
in den östlichen neucrbautcn Flügel, desselben verlegt. Seit dem
Ialnc 1l->64 nalnn sie endlich den nordöstlichen Tlieil des Nö-
ckeinaunischcn Hauses ein, wo sich auch die Findlinge befan-
den. Ein und dasselbe Gebändc >si fcrners zwischen Irren und
Wöchnerinnen geil'cilt, und bei^ e Anstalten haben ein V>aupt-
tl'cr gcincinschaftlich. Die Localital ist zuweilen deftigen Nord-
windcn ausgesetzt und hat wenig Sonne, übrigens eine freie
und erböbtc '.'age. In jedem der zwei Stockwerke sind breite,
geschlossene Wange, und bei guter Witterung können die Schwän-
gern und Ammen auch den geräumigen Hof und Garten zur
Erholung benutzen.
Im Ganzen hat die Anstalt einen Vclegraum von un-
qefäbr 150 Vcttcn für Erwachsene, jene sür Neugeborne un-
gerechnet. Dennoch steln auch diese Loyalität mit der Anzahl
der Allüunebmenden in keinem Verbältnisse, was eine nach-
thciligc Neberfüllung der Tale ;ur i>clge hat.
Die Auszunehmenden werden nach den Verpstegsgebüb-
len in vier Classen gctheilt. Die erste zahlt laglich 1 fi. 1'H kr.
C. M., die zweite 48 kr., die dritte 24 kr. Zur vierten Ciasse
gel'ören jene, welche man unentgeldlich, jedoch gegen die Ver-
bindlichkeit aufnimmt, sich nun Ilnterrichte und nach ihrer Gnt-
bindnng zum Ammendicnstc verwenden ^u lassen^ auch wer-
den sie zu den verschiedenen Arbeiten im Hause angehalten.
In der Negcl wird keine Schwangere vor dem siebenten Mo-
nate aufgenommen.
Mit der ersten (slassc ist der Anspruch auf eigenes Zim-
mer und eigene Bedienung verbunden, nach der zweiten und
dritten befinden sich Mehrere in einem Zimmer und haben
eine gemeinschaftliche Wärterin». Schwangere der beiden ersten
(blassen sind nickt verbunden, den wabren Namen anzugeben,
sondern überreichen ihr Nationale in einem versiegelten Zettel,
auf dein man die Nummer ilnes Zimmers und Bettes be-
merkt. Er wird ihnen beim Anctrittc aus der Ansialt nirück-
gestellt, und nur im Falle ilnes Absterbens «urückbedalten.
Ilebrigens dienen die für die Gebäranstalt in Wien erlassenen
Vorschriften auch für das hiesige Institut zur Richtschnur, da-
her eine nähere Erörterung derselben überflüssig erscheint.
Wie das Krankenhaus, ist auch diese Anstalt eine prac- !
tische Schule und der Ordinarius zugleich Professor der ge- H
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918