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meinen ssranlenhause von den chirurgische» Candidaien vacci-
niren, um ihnen die »ölhige Hebung im Impfgcschäfte zu
verschaffen.
Die Auslagen für die ^indelanstalt belaufen sich nach
einem Durchschnitte aus den Jahre» l«3«, 153U u»d 1^40 auf
76,65,6 fi. (5. W., und die Staatskasse mußte mit 54,300 fl.
das Dcficit der Einnahmen decken. Ein Findling kam jähr-
lich auf 22 fi. C. M. ;u stehen, wenn man nicht nur seine
Verpftcgskosten, sondern alle Auslagen in Rcchnung bringt.
8- 4.
Die Arbeitshäuser.
Da die Aruienanstalten eines Ortes in so lange ihrer
Vollendung entbehren, als sie keine freiwillige Arbcitsanstalt
und kein von einem Strafhause seinem begriffe nach verschie-
denes Zwangsarbeiishaus besitzen, so war man auch in Gratz
schon längst darauf bedacht, diese drei Arten öffentlicher oder
Gemcindcanstallen hier ins Leben m rufen. Die ersten Ve-
mülningen dieser Art führen uns in die Zeit der Regierung
des 5. Karls VI. zurück. Dieser Monarch befahl mit aller-
höchster Entschließung vom 4. Van 1733 die Errichtung eines
Zucht- und Arbeitshauses in Grätz. In dieses auf einem
dem Armenhause entbehrlichen Grunde mit einem Kcstenauf-
wandc von 12,93« fi. 24 kr., wo:u die Landschaft 2U«n> fi.
beitrug, neu erbaute Haus wurden sowol betrügerisches Gesin-
del, als auch arbeitsscheue Leute aufgeuommcn, und in der
hohen Veiordnung vom 6. August 1735 ausdrücklich erklärt,
daß das Zuchthaus eigentlich ei» Arbeitshaus sei. Schon damals
wurden dieser Anstalt ein ständischer Veitrag jährlicher 1600 ft.
und verschiedene Zuflüsse von Redouten, H'illarls, ,<lassehschänteu
u. dgl. m. Zugewiesen. — Tie Nothwentigkeit cer Trennung von
Zwei so wesentlich verschiedenen Anstalten, wie Zucht- und Ar-
beitshäuser sind, fühlte man erst viel später. Die allerhöchste
Verordnung vom 16. August 1760 befahl daber die Errichtung
eines besonderen Arbeitshauses, welche im I. 1764 im
Gan:en 17,l40 fi. 10 kr. kostete. Dabei wurde der nächste
Zweck desselben dahin ausgesprochen, arbeitsscheue, aber sonst
eben nickt strafbare Landstreicher zur Arbeit aiuuhaltcn, daran
so wie auch an Ordnung ;u gewöhnen und durch Nnterricht zu
bessern; «»gleich aber auch dienstlosem Gesinde Gelegenheit
ZU einem Verdienste ni geben, wodurch der erste Anstoß zu
K einer Anstalt freiwilliger Arbeiter gegeben, die aber erst mit '
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918