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Lustschlosses wurde auch »ach der Ileberlraguüg des Arbeits-
hauses in die Stadt als ein Eigentlmm des ^wangsarbeits-
hauses angcselien und als solches auch stets behandelt. Als
hierauf im Ial're l k!)4 das Provinüal-Strafdaus in das-
selbe kam, wurde nach einiger Zeit der Verkauf des Gebäudes
an das hebe Aerarium anbefohlen und der dafür «errechnete
Betrag dem Aonde des Zwangsaibeitshanses, der für einen
Provinualfond erklärt wurde, ''»gewiesen, obgleich die Anstalt
selbst ämtlich durchaus als eine ^ocalanstalt erscheint.
Einen noch geringern Erfolg l'atte seit dem I. 1784
das freiwillige Arbeitshaus, welches damals den Na-
men einer t. k. Versorgungsanstalt (siehe S. ^- l ) fül'rte;
denn dieses wurde von den dienst- und arbeitslosen unteren
Volksclassen fast gar nicht benutzt und ging deßl'alb nach eini-
gen Ialnen von selbst wieder ein. — Im I. l>i,i^ machte
der Armenvercin mit einem freiwilligen Arbeitsbause iil der
Mur'.'orstadt im Krcis'schen Hause einen zweiten Versuch, der
aber auch einen unbedeutende!: Fortgang l>atle und eben deß-
balb und des damit verbundenen Verlustes wegen noch im
nämlichen Ialire wieder aufgegeben wurde.
In der Zwischcineit bestand das Zuchtl,aus ans dem
Schlcßberge bis mm I. 1^04 fort, in welchem das Provin-
zial-Straf- und Zuchlliaus errichtet, das Jagd- und Lustschloß
Karlau vom Militär abgetreten und seiner gegenwärtigen Vc<
stimmung gen'idinet wurde.
Das Zwangsarbeitslians (am Grics nächst dem Sie-
chenhausc Nr. 1U24) ist kein Strafort, sondern eine Anstatt
zur Beschäftigung und Besserung von Mnssiggäügcr», arbeits-
scheuen Vagabunden und Bettlern durch Arbeit, Gewöhnung
zur Ordnung und Unterricht in der Neligion, den ein eigener
Seelsorger erteilt, und in den Elcmentarienntnissen, ;u wel-
chem Zwecke besonders die Sonn- uud Feiertage benutzt wer-
den. — Beide (Geschlechter sind streng von einander getrennt,
stets sorgfältig beaufsichtet und in großen Arbeitszimmern zu
anhaltender Tdäiigleii genöthiget.
Die Arbeit der Zwangsarbeiler bestand vom I. 1^08
bis ,um Schlüsse des I. l^,i-l im Krampeln und Spinnen
der Schafwolle; doch nalnn der daraus sich ergebende, anfäng-
lich reichliche Verdienst von Jahr zu Jahr mehr ab, bis end-
lich zu Ende des letztgenannten Jahres die hiesigen Tuch-
. macker diese Beschäftigung gämlich einstellten. Gegenwärtig
^ ist die Wäschereinigung für die öffentlichen Wohlthätigtcils-,
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918