Page - 484 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Image of the Page - 484 -
Text of the Page - 484 -
Regen und Sonne hinlänglichen Schutz gewährende, um und
um freie Pavillon zu Stande gekommen, der eine herrliche
Rundschau gewährt. Nach Süden gewandt, kann das Auge
die ganze Weite deS Grätzerfctdcs überblicken mit allen Dör-
fern, Kirchen und Schlössern, und selbst am fernen Horizonte
noch deutlich die hintereinander laufenden Gebirgszüge des
Sausalö, des Nemschnig- und des Vachergcbirges wahrneh-
men. Rechts der kärtncrischc Ursulaberg und links der spitze
Tonati und das Matzelgebirge an der croatischcn Gräme ragen
über die Einsattlungen jener Kette hervor. Ostwärts beginnt
im lang gezogenen Rücken des Wildonerbergcs die unüberseh-
bare Hügclrcihe der östlichen Steiermark, unter denen sich nur
in weiter Ferne der Hcchstradnerkogcl, die Gleichenbcrge und
die Felsenburg von Ricgcrsburg durch ihre Höhe und Kuppen-
form bemerkbar machen. Herrlich ist die Nordost- und Nord-
wcstseite. Verge und Schluchten sind hier so nahe gerückt, dasi
man sich mitten in das Hochgebirge versetzt glaubt. Vom Kulm-
bcrgc und dem Nabcnwalde an übersieht man bis zur Stub-
alpe das ganze großartige Gcbirgspanorama, an welchem nicht
nur die näheren Gebirge, wie z. V. der Schocket, sondern ganz
vorzüglich die fernen obcisteirischen Alpen Antheil nelnnen.
Eben so großartig, aber «»gleich auch lieblich ist der Vlick in
die westliche Landschaft. Hier hindert der lange, quer vorstehende
Rücken des Plawutschgebirges nicht, die erhabene Kette der
Schwambergeralpen, die oft im Sommer noch beschneite Spi-
tzen zeigen, zu überblicken, während schon hinter den nächsten
Verbergen die Stadt mit allen ihren Vorstädten hervortritt.
Erst hier erkennt man Gratz in der gainen Eigenthümlichkcit
seiner Lage, die von Nebcnhügcln und Alpenhöhcn umschlun-
gen, ebenso eine Rcbenhügel- wie eine Alpcnstadt genannt wer-
den kann.
Maria-Trost.
Nngcfähr in derselben Richtung, als Maria-Grün und
die Hochplatte von der Stadt aus liegen, befindet sich im Hin-
tergrunde eines schmalen, aber äußerst lieblichen Tl,ales, durch
welches sick der bebuschte Kroisbach schlängelt, Maria-Trost.
Die nicht unansehnliche, hübsche Kirche mit zwei Tlnirmcu und
einer nach Westen gerichteten Facade gewinnt durch die Lage
auf einem bewaldeten Felsenhügel nicht wenig an Anmuth
und Erhabenheit des Charakters. Eine gute Straße zieht fast
ganz neben dem Thale entlang dahin und wird für Spatzicr-
back to the
book Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung"
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918