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Botho und Aribo starben um die Jahre 1102 und 1104
im hohen Alter und als letzte Tprcßen der Ariboncn, Gau-
grafen von Lecben, einer Seitenlinie der uralten Grafen des
Traungau's, nachher Markgrafen von Steiermark. Durch K.
Heinrichs III. Grcßmuth kamen am 6. Mär; 1955 diese Be-
sitzungen m Strasigang und St. Martin mit herrschaftlichen
Negalrechten M' Hälfte an das Hcchstist Salzburg unter dem
frommen Oberhirtcn Valduin, wovon einen Theil der Erzbi-
schof Gebbard Graf v. Halfcnstcin als Fundationsgut seinem
Lieblingsstifte Admcnt im Iabrc !074 gegeben liat. Zur an-
dern Haltte gelangte dicß Stift erst um die Ial're 1167 —
1140. Diese nach der Achlserklärung Botho's gleichfalls vom
Kaiser eingezogen, wurden nach Aufhebung derselben wahr-
scheinlich wieder an den früheren Besitzer zurückerstattet. Bo-
tho's Nachfolger, Wcdalrich und seine Gattinn Adelheid (^ die
Stifterinn von Gösi), schenkten um das Jahr 1102 iliren
noch übrig gebliebenen Anthcil an Strasigang und St. Mar-
tin') der Kirche von Aquileja, von welcher es im I. 1120
Pilgrim von Hchenwart und sein Sohn Günther aus dem
Hause Andcch's zu Lehen trugen. Der junge Günther von
Hohcnwart, um das Ial'r 1120 im Besitze von St. Martin
und Markgraf der windischen Mark, kalte den Abten Nolfold
(Volvold) von Admont, dem er wegen des zu errichtenden
Nonnenklosters unlautere Absichten zuschrieb, nach damals üb-
licher Strafe verkehrt Nl Pferde setzen und mit dem Schweife
in der Hand einen Zug durch das Land machen lassen. Wol-
fold reinigte sich von dem Verdachte durch die F-euerprcbe und
Günther wurde vom Erzbischofc Conrad von Salzburg mit
dem Kirchcnbanne belegt, von welchem er sich zu Ncgeneburg
auf seinem Todbette durch Abtretung des Schlosses St. Mar^
tin und der Kirche von Slraßgang zu entledigen suchte. Gün-
ther's Vater, Pilgrim v. Hohenwart, widersetzte sich diesem
Vermächtnisse und bemächtigte sich mit gewaltsamer Hand
wieder seiner Güter, und übergab dieselben au Markgrafen
2ttokar von Steier. Bald aber erkannte Pilgrim sein Unrecht,
ersuchte Ottokar, ibm gegen Entschädigung das Gut heraus-
zugeben, und nachdem dieß wirklich geschehen, übergab er es
auf dem Schlosse Leibnitz (.Libnizi) im Jahre 1140 nochmals
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918