Page - 516 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Image of the Page - 516 -
Text of the Page - 516 -
5 l tt
mindert seine Sensibilität und crböht seine Reactionskrafl,
wirkt bethäiigend auf das Venen- unl Lvmphsustem und bei-
nahe spezifisch auf die weiblichen serualorgane; für seine rei-
;ondc Wirkung auf die Haut spricht schon das schar!achrotl,e
fliesclartigc Exantliem, das oft nach einigen Badern uiui Vor-
schein kommt. Nebrigtns ruft es nur fetten heftige und ficber-
l,afte Reacticncn hervor. Seine Heilkraft') hat sich dalier am
häufigsten und vorzugsweise bewährt: l) in Nervenkrankheiten,
besondcrö des Gangliensvstl'ms, daher in Hvsteiie, Hypochon-
drie, gegen Migräne, nervösen Schwindel, Magenkrampf,
Veitstanz, nicht veraltete Lähmungen; 2) gegen chronischen
Rheumatismus und Gicht, sie mag nun als Gelenkaffcction
oder in einer verlarvten Form auftreten. Kontracluren und
Verkrümmungen der Glieder, hartnäckige Anschwellungen der
(Gelenke werden oft auf eine überraschende Weise durch das Bad
gehoben; ^l) gegen Tcropheln und uvar unter ihren proteus-
artigen formen, am wirksamsten gegen Milchschorf, beschwüre,
Beinsraß; 4) gegen Krankheiten des weiblichen Zerualftistems,
als: weißen Fluß, passiven Mutterblutfluß, ^ntkräftiing nach
schweren Wochenbetten, 'Anomalien der Reinigung, Bleichsucht.
Tie Heilkraft des Bades gegen diese Massen von Krank-
heiten ist so ausgezeichnet, das« es mit Recht den Rainen eines
Fraucnbades führt, und die Zahl der weiblichen Gäste ist daher
so überwiegend, daß sie sich ;u den männlichen ungefähr wie
li zu 1 verhaltet. Daß aber die Quelle auch in chronischen
Nnterleibskrankbeiien, besonders gegen Hämorrl'eidal- und
Harnleiden gute Dienste leiste, beweist sede (5ur:eit durch zahl-
reiche ^-älle; nur theilt es diese Wirksamkeit mit den meisten
Bädern, und wird von vielen darin übertroffen. Wahrhaft
entzündliche Affectionen, Saburralmstand der ersten Wege und
chronische Katarrhe, die von ausgebildeter Lungensucht herrüh-
ren, sind Gegenameigen des Bades.
Das warme Bad wird vorzugsweise in Gebrauch gezogen,
wenn es sich um die auflösende Wirkung handelt, und beson-
ders von sensibeln Individuen benutzt, die sich durch laue Wan-
nenbäder, deren Temperatur man allmählig vermindert, !u den
tüiüen sich vorbereiten; um die auflösende Wirkung dec> Bades
»och ni erhöhen, wird das Mineralwasser auch getrunken.
V>n,ze Vnlvlele seiner W,rksa»,keit finlcn ssch in tl'N V
aus e?,n Sxchenkaiisc m (Yray r°n 2r, We,^>c,n ,»! I
chcr B, i» oder ncucst,' ,vc>qe Lo l>> >n,ü ,,> ,r,chc>» N>>l>jen
rom I. >Ul« — >ü«U ,„i Al>lmcrksan>e» erschiene»
back to the
book Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung"
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918