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Die kühlen Bäder, deren tonische Kraft nicht nur von
dem Mincralgchalte der Quelle, sondern anch durch ihre nie-
drige Temperatur bedingt wird, verdienen im Allgemeinen den
Vonug bei Nervenleiden aus Schwache, bei Husterie und Hy-
pochondrie, passiven Blutftüssen u. s. w. als Vorbauungs- und
Nachcur gegen den Rheumatismus und die Gicht. Nebrigcns
sind ihre Heilkräfte mit jener der einfachen kalten Bäder nicht
identisch, t>a viele Kranke in Tcbel genesen, die jene ohne
Erfolg gebrauchten. Der Grund mag zum Thcilc in dem con-
stautcn Temperatursgradc der Quelle m suchen sein, der sie
nur unter die kühlen Bädern einreiht, aber gerade für eine
medicmischc Anordnung sich am häufigsten eignet, da die Reiz-
cmpsänglichkcit vieler Kranken eine kühlere Temperatur nicht
verträgt. Vergleicht man Tobelbad in Bezug auf Heilkräfte
mit anderen Vadern, so findet sich mit jenem von Vöslau
bei Baden eine überraschende Aehnlichlcit. Immerhin gehört
dasselbe ni jenen Heilquellen, die ;war nicht durch europäischen
Nuf glänzen, aber in Bezug auf ihre Wirksamkeit nicht die
letzte Stelle einnehmen.
Die ganze Vadesaison dauert von Mitte Mai bis Mitte
September, und ist in Touren, jede ui 24 Tagen abgetheilt;
die Zal'l der ,u gebrauchenden Bäder wird durch ihre Wirkung
bestimmt. Die Badenden haben keine besonderen Vorsichten
und Curregeln außer den gewöhnlichen <u beobachten. Er-
scheint im Verlaufe der ssur ein Vadcausscklag, so hindert er
den weitern Fortgebrauch nicht, sondern pflegt vielmehr bei
einer Unterbrechung der Vadecur langsamer zu verschwinden.
Die innere Einrichtung des Vadcs und der dazu gehö-
rigen Localitäten ist folgende: In der Mitte des kleinen Qrtes
ist das Badhaus gelegen, welches ein Geh- oder Vollbad und
mehre Wannenbäder ;ur Benützung der gewärmten Quellen
enthält.
Das Bassin des Vollbades ist auf eine solide und zweck-
mäßige Art von Marmor gebaut, und wird durch eine Nöh-
renleitung täglich zweimal gefüllt. Zur Bequemlichkeit der Ba-
denden ist es mit einer Vorrichtung versehen, das Niveau des
Bades nach Belieben zu verändern. Nunnitelbar an das Bas-
sin schließen sich zwei Ankleideummer für Herren und Frauen.
In dem entgegengesetzten Theile des Gebäudes befinden sich
vier Zimmer, jedes mit zwei kupfernen verzinnten und bis
auf 8 — 9 Zoll versenkten Wannen.
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918