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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Page - 518 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung

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518 Zwischen den Badezimmern und dem Gchbade trifft man eine freundliche Halle und ihr zunächst einen kleinen Raum, den der erwähnte Tampfapparat einnimmt. In dem gegen- überliegenden Herrschaftshause sind zum Gebrauche für 'Arme noch zwei Vadetammern, jede mit vier liöNcrncn Wannen versehen. Das kalte Vollbad bcftudct sich im sogenannten Tietrichstcin'schen Gebäude und hat eine Ausdehnung von 14 lH Klaftern und eine Tiefe von 4^ 4". Der Boden ist von Lerchen-, die Seitenwände von Gichenhol; geummert. Aus jedem Antleide^iinmcr fuhren zwei sogenannte Schncckenem- gänge ins Bad. Ucbrigens werden Vorrichtungen ,ur Touche, zu Tropf-, Spritz- und Dampfbädern noch vermißt. Für die Unterkunft der Badegäste sind ungefähr 60 Zimmer, zum Tdeile mit Kücken disponibel; außerdem wer- den die Sal»nsäien, im ländlichen Geschinackc gebauten 5 Haussen gewöhnlich an gan;e Fainilien vcrmictet. Vor eini- gen Iayren, als die Zahl der jährlichen Gäste 3UU kaum überstieg, fcnlte es daher nicht an Unterkunft; gegenwärtig aber, da die Vadclistc von 1842 nicht weniger als 59!» In- dividuen auswies, von denen die meisten sich in den Mona- ten Juli und August zusammendrängen, ist die Beschränktheit der Wohnungen ein Hinderniß, das einein weiteren Aufschwünge des Vades im Wege steht. Uebcrdicß sind die ebenerdigen feuchten Zimmer im oberen Vadyause aus Sanitäts-Rücksich- ten tauin verwendbar, und nichts kann einen schlagenderen Beweis für die Heilkraft des Bades liefern, als daß Kranke Mit veralteten Leiden, die jene Localilatcn bewclnien, dennoch Linderung oder Heilung in Tobel fanden. Jedenfalls ist die Anlage des Vollbades in der Mitte des Nchngebäudes nicht zu loben, da die Zimmer ebenso durch die beständigen Aus- dünstungen eines 14 lü Klafter großen Wasserspiegels leiden, als dieser sowcl zufälligen als muthwilligcn Verunreinigungen ausgesetzt ist. Die Preist der Väder, Wchinimmer und der gemein- schaftlichen Mittagstafel werden jährlich bekannt gegeben, und sind durchaus so billig gehalten, daß Tobel den Nuf eines wohlfeilen Vades verdient, eine für den minder Vcmiltcltcn beachlenswerthc Empfehlung. Ter schone, im Jahre 1732 erbaute und von Flurer ausgemalte Speisesaal dient zugleich zur geselligen Unierhal- tung, so wie die kleine, ein Jahrhundert früher errichtete Kir- H che zur Andacht der Badegäste. H N D — —
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Title
Grätz
Subtitle
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Author
Gustav Schreiner
Publisher
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Location
Graz
Date
1843
Language
German
License
PD
Size
11.55 x 20.25 cm
Pages
638
Keywords
Graz, Steiermark, Stadt
Categories
Geschichte Chroniken
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