Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Chroniken
Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Page - 543 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 543 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung

Image of the Page - 543 -

Image of the Page - 543 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung

Text of the Page - 543 -

543 durch das aufgesetzte c der Nmlaut angedeutet werde, ersieht man daraus, weil Caesar es auch in den Worten: ballen, Praditanten, häufigen, Geschäfte :c. gebraucht, die offenbar den Umlaut und nicht das helle a enthalten. Wollten die Vcrthcidiger der Ansicht, daß die beiden Pünctchen über dem a wirklich das helle a und nicht den Nmlaut bezeichnen, in der hier «erhandelten Frage ccnscqucnt sein, so müßten sie jedenfalls Grätz schreiben, aber es dann Gratz aussprechen, um nicht mit sich selbst in Widerspruch zu gerathen und nicht die Nrsachc Nl sein, daß dieser Name «on Andern ungcdchnt und mit dem tiefen a ausgesprochen werde. Sollten aber die Gegner daran, aus Rücksicht auf die derzeit allgemein angcnommcne Schreibweise anderer Worte, wie z.V. Wässer, Fässer, Wägen, Ärägen, Schrägen u. s. w. dieses zu thun nicht gesonnen sein, so ist nicht ab- zusehen, warum man bei dem Worte Grätz allein eine Aus- nalnne von der sonst derzeit allgemein üblichen Schreibart machen sollte. Einer der Hauptgründe, auf welche sich Freiherr von Hammer - Purgstall ;ur Grwcisung seines Satzes stützte, ist die Berufung auf den Vclksdialekt. Dieser kann iedcch für die Rechtschreibung niemals die Regel geben. Die Wäscherinnen am Gratzbacke, auf die sich Freiherr von Hammer als auf eine sieggcwährcndc Aulyoiität berief, sprechen ;war allerdings Gratz; aber die Wäscherinnen der großen iiaiserstadt sagen auch Wean, das gemeine Volk in Tyrol Schpruck, der Stciermärter Loim, der Kärntner tovnt, der Oesterrei- cher Loiprschdoif, Pederschdorf u. dgl. m., und doch ist es noch Niemanden eingefallen auch so und nicht mehr wie bisher: Wien, Innsbruck, Leobcn, Lavant, Leobers- dorf, Verchloldsdorf u. dgl. m. zu schreiben. Wollte man aus dem Dialekte die Norm für die Schreibweise hernehmen, so würde die deutsche Sprache in ihren Büchern bald wie die bunteste Harlctinsjacke aussehen und kein Land das andere wehr Verstehen. Freiherr von Hammer - Purgstall berief sich in seinen Vorträgen auch auf den morgenlandischcn Geographen des XII. Jahrhunderts Idr is i , der diese Stadt I k r eise oder Itraisa nenne, was von ihm als ein Beleg für die Schreib- weise Gratz angcfülnt wurde; allein es fragt sich vor Allem, ob nickt darunter auch Görtz, das eben so gut zwischen Ber- gen, wie Gratz an einem Berge liegt, und nicht Grätz ge-
back to the  book Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung"
Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Title
Grätz
Subtitle
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Author
Gustav Schreiner
Publisher
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Location
Graz
Date
1843
Language
German
License
PD
Size
11.55 x 20.25 cm
Pages
638
Keywords
Graz, Steiermark, Stadt
Categories
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Grätz