Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Das Handbuch des Österreichers
Page - 320 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 320 - in Das Handbuch des Österreichers

Image of the Page - 320 -

Image of the Page - 320 - in Das Handbuch des Österreichers

Text of the Page - 320 -

Volkswlrtachaftslehrer J usli erscheint in besonderer Weise als Systematiker. Sein wichtigstes Werk ist die "Staatswirtschaft'· (in 1. Auflage 1755 auf dem Büchermarkt erschienen). Seine Staatslehre entwickelt er am reinsten in dem Buch ,.Die Natur und das Wesen der Staaten" (1760). Für ihn ist die Familie der Urgrund des staatlichen Lebens. Er nimmt eine Verlt·agstheoric an, nach der sich Volk und lien scher als zwei ,·erschiedene Rechtssubjekte gegenüberstehen. Das Volk hat da- her das Recht, Kontrolle an der Regierungstätigkeit dc-; Fürsten zu üben und ist auch berechtigt, seinen Aurtrag zur Ausübung der höchsten Ge)valt zurück- wzifhen. Eine Gerichtshoheit über den Landesherrn steht ihm jedoch nicht zu. Der letzte Zweck des Staates ist die Beförderung der "allgemeinen Glück- seligkeit'·. In diesem Sinne verlangt Justi eine günsti- ge Verteilung der Nahrungszweige auf Stadt und Lan· I, Be" ölkerungsvermehrung '(auch durch Hcran- zicllllng von Ausländern) und Einschränkung der ;\1ajorale und Fideikommisse, also des Großgrund- bc~ilzcs. Er ist fest von der übedegenheil des bäuer- lichen Kleinbetriebes über die Domänenwirtschaft überzeugt. Im Gegensalz zu den Physiokralen (griech. Physis =~ Natur, kralein = herrschen), deren Ideal der Agrarstaat war, verficht er weiter die Notwen- digkeil einer Industrialisierung, ohne die eine Be- völkerungsvermehrnng nicht denkbar sei. "Ein Land, da. nur Ackerbau und Viehzucht hat, erfordert rine sehr mäßige Anzahl H:inde. um die Oberfläche der Erd•! zu diesem Endzweck zu bearbeiten" (Justi : "Von den Manul'akluren", 2. Auflage, 1780). Ganz modern mutet es uns an, wenn er weiter die Auf- stellung eines Gesundheilsamtes fordert, das die hygienischen Verhältnisse zu überwachen habe. Es müsse Anzeigepflicht l'lir jede Krankheit herrschen, 320
back to the  book Das Handbuch des Österreichers"
Das Handbuch des Österreichers
Title
Das Handbuch des Österreichers
Editor
Ernst Görlich
Publisher
Österreichischer Kulturverlag
Location
Salzburg
Date
1949
Language
German
License
PD
Size
8.1 x 12.1 cm
Pages
376
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Das Handbuch des Österreichers