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Nr.206–207 353
207.
Der Rat der Stadt Wien urteilt auf Bitte der Haubner über deren Rechte, die Ausübung des
Gewerbes durchFremdebetreffend.
1414Juli 14.
HWOBfol.90r–v.
Parallelüberlieferung:T2 fol.171v–172r.
Druck: Schlager,WienerSkizzenN.F.3340;FRAIII/10/4Nr.2089 (T2).
Derhaubnèr rechta
Anno Domini millesimo quadringentesimo quartodecimo des nagsten sambstags nach
Margarethe virginis komen fùr den rat der stat ze Wienn die haubnèr, unser mitpurger,
und legten da fur, wie ettlich gest die haubnèr mènikchleichein aus dem jarmarkt hosen
und hauben ze aintzigen hie verkauffen hinder ainem halben tusyn und sembgaren hin-
der ainem halben schokch und dartzù so kaufften ettlich haubnèr, die hie gesessen sind,
von denselben gesten hauben und hosen auf porg und durch desselben porgens willen
beschùttent sy die gest und sprèchen, sy sein ir knecht. Und dieselben gest verkauffent
haubenundhosentèglichundzeaintzigenzu ir selbsnùtzalsdieandernhaubner,diehie
gesessen sind.
Item auch legten sy fùr, wie ettlich kewffel hie an der Prantstat1 auch new hosen und
new hauben verkaufften, das alles von alter nicht also herkòmen und ir narung und ir
arbait damit nidergelegt wurd, des sy zu grossen schaden kemen; und baten den gantzen
rat unverschaidenlich, das sy in solh prechen wennden solten und ain ordnung machten
und satzten,wie sy sichhinfùrb gegendenbenantengesten furbashalden solten.
Unddarumb istmit fragundurtail gevallen:
[1.] das kain gast hosen und hauben hinder ainem halben tusin ainerlayc varibc
verkauffen noch hingeben sol noch kain sembgaren hinder ainem halben schokch, aus-
genomen wann jarmarkcht ist, so mùgen sy wol verkauffen hinder ainem halben tusyn
oder ze aintzigen oder sembgaren hinder ainem halben schokch, wie in das am pesten
fùgt oder wolgevellet, und sullen auch in den gasthewsern ze herberg sein als ander gest,
diekaufflewt,diekaufschatzherbringent.
[2.] Itemes sol auchkainkewffel [90v] newhosennochnewhaubenanderPrantstat
noch an dem Hof2 verkauffen noch vail tragen, nùr wann jarmarkt ist, so mag er sy wol
verkauffen inderweis als ain ander gast.
[3.] Und wer der stukch ains uberfert, als oft er das tùt, als oft sol man in den
kaufschatz oder die phennig, darumb er denselben kaufschatz verkauft hat, nemen und
demburgermaister antwurten,das esder stat zenùtz angelegtwerd.
207 aÜberschrift rubriziert. b h- korr. c–c Rechts nebenderZeile von gleicherHand.–Fehlt inT2.
207 1 ZurBrandstatt sieheobenNr.166Anm.4.
2 ZumPlatzAmHof sieheobenNr.33Anm.1.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen