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392 VI.2.Edition
241.
Der Rat [der Stadt Wien] erteilt den Tischlern auf deren Bitte eine Ordnung, die Aufnahme
eines neuenMeisters betreffend.
1436Februar18.
HWOBfol.120r.
Abbildung:Uhlirz,Gewerbe727.–Literatur:Uhlirz,Gewerbe728;Neumann,Kleinkünste
595;Zatschek,Handwerksordnungen39.
Der tischerordnunga
Anno Domini etc. tricesimo sexto des sambstags vor sand Mathiastag, des heiligen zwe-
lifpoten, hat der rat den tischern durch irer vleissigen pet willen ain ordnung gemachtt
und aufgesatzt, also welher sich fùrbas auf irem hantwerch ze maister setzen welle, der
solhabenaineleichehausfrauundain redleichekuntschafftpringen, vondannerkòmen
sey, daz er sich daselbs erberleich und frùmkleich enthalden und seine lerjar ausgedient
hab, oder er beweis daz hie vor dem rat mit erbern leùtten, und gewynn burgerrecht mit
ainemhalbenphundpfennigundgeb in ir zechauch½tl. den.
242.
Der Rat [der Stadt Wien] erteilt auf Bitte der Tischler denselben einen Zusatz zu deren Ord-
nung.
1445März11.
HWOBfol.120r.
Teildruck: Feil, Beiträge 283. – Literatur: Kühnel, Alltagsleben 45; Windisch-Graetz, Tisch-
lerhandwerk322;Jaritz,Produktion46f.;Opll,Leben1133;Opll,Leben2476;Kirchweger,
Kunsthandwerk573.
Darnacha imvirtzehenhundertistenundfunfundvirtzigisten jaranpfintztagvordemsun-
tag Judica in der Vasten habend die herren des rats den tischern durch irer fleissigen bet
willen irshantwerchsgerechtigkait gemert:
[1.] also das sy jèrlich under in zwen beschawmaister erwellen sullen, die erber und
getrew sein, die in der rat bestètten sol und ir arbait beschaun sullen, ob sy gut und ge-
recht sey, lannden und leùten nùtzlich, damit sy aufnem an lob, ern und gut. Und wo si
auf irm hantwerch ungerechte arbait finden, die sullen sy mit des burgermaisters dienern
aufhebenundnemen,dasdieder stat zunutzangelegtwerdunddemrichtter seinwandel
davongevalle.Sprèchaberkainer,manhiet imunrechtlichbeschaut,undwolt seinwerch
gerechtmachen,des sullen sy imstat tu˚nvordenandernmaisternallen.
[2.] Undsullenauchdieselbenbeschawmaister alledie versuhen,die sichnù furbaser
aufdemhantwerchzumaister setzenwellent, ob symaistermugengeseinodernicht.
241 aÜberschrift rubriziert.
242 aDirekt an Ordnung Nr.241 anschließend, durch die rubrizierte Initiale D(arnach) über 5 Zeilen jedoch
hervorgehoben.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen