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410 VI.2.Edition
[1.] Von ersten sol er von dem rat bestètt werden und die taufln und pòdem, die auf
dem wasser herkòmen, kassten, zwai pfunt und zwo taufln an ain kasten setzen und vir-
tzigdreilingpòdemanainkastenundvirtzig furdrigpodemauchainkasten treulichund
ungeverlich.
[2.] Er sol auch nicht miet nemen von den gessten, damit die pòdem zu kurtz
oder ze smal gekasst werden, auch den gessten nicht zuesagen, welherlai holtzwerch des
pintwerchs ain mangl sey, dadurch in ain geleicher kauff werd, und aim yeglichen gasst,
der raiff oder beraite vas herpringt, sagen, das er auf dem wasser nichts verkauff, er pring
esdannee andas landunddie vir gesworenmaisterhabenes vorbeschaut.
[3.] Er sol auch kainerlai holtzwerch, so den pintern zu˚gehòrt, nicht furkauffen und
die stekchen und schintln treulich und ungeverlich zelln, derwarten das den hieigen und
dengestengleichgeschech.Undwasnichtwerungistanstekchenoderschintln,das soler
auslegen und der gast sol geben dem auftzaler von aim phund taufeln zwen phennig und
vonvirtzigpodemauchzwenphennig, so sykasst sind,undvonaimtausent stekchender
gast ainhelblingundderhieig auchainhelbling,undvonaimtausent schintlnyeder tail
ainphennig.
Auchhat imder ratgewalt vorbehalten,dieordnungzemynnern, zemernodergantz
abtzenemen,wie imdasgevellet analle irrung.
258.
Der Bürgermeister und der Rat der Stadt Wien erteilen den Kummetmachern auf deren Bitte
eineOrdnung.
1451April 15.
HWOBfol.136v.
Teildruck:Feil,Beiträge284.–Literatur:Uhlirz,Gewerbe684.
Annoa Domini MoCCCCo quinquagesimo primo des pfintztags vor dem heiligen Palm-
tag habent mein herren .. der burgermaister und der rat der stat zu Wienn den kuntma-
chernainordnunggemachtundaufgesatztdurch irerfleissigenpetewillen:
[1.] Also welher sich hie auf dem hantwerch zu maister setzen welle, der sol ee ur-
chundpringen, vonwannerkòmensey,das er sichdaselbs erberlichenthaldenundseine
lerjar aùsgedint hab, oder er beweise das hie vor dem rat mit erbern leùten, und das er
auch ain elich weib hab und burgerrecht gewinn mit aim halben pfunt phennig und geb
in ir zechauchainhalbpfuntphennig.
[2.] Sy sullen auch under in erwellen zwen maister, die erber und getrew sein, die in
der rat bestètten sol und ir arbait beschawn sullen, si werd hie gemacht oder herpracht,
obdie gu˚t undgerechtundden leùtennùtzlich sey.
[3.] Die zwen maister sullen auch die versùhen, die sich zu maister setzen wellen, ob
simaistermùgen seinodernicht.
[4.] Und welher sich ze maister setzen wil, der sol das hantwerch beweisen und ma-
chen kùnnen mit der hand ainen lùtzenkunt und ainen vorkunt, die gùt und gerecht
sein.
[5.] Sy sullen auch ir arbait nyndert alswo vail haben denn an der stat, da si die
machentund irn jarhoftzins gebent.
258 aÜberdemgesamtenEintragmittig von spätererHand: Khundtmacher. SiehedazuobenS.67.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen