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416 VI.2.Edition
nement, und dieselben wochen zueinander raytten und nach irer ordnung in ir raitpuch
schreiben,damitmandermauttundhandlungeinwissengewynn.
[3.] Itemsy sullenauchaufschreibenalle,die freymit irmgùtundkaufschatz ausder
stat farentodergeurlaubtwirdtze farn,es seyVngrischherren,Newnsteter2,Hainburger3
oderhieigburgermitdemlangenpurgerbrief.
[4.] Item das auch ein yeder kauffman oder kramer, was er hie kaufft und aus der
stat wil fùrn, ain zedel pringt den herren auf daz haws, von wem er daz gùt gekaufft hab,
was und wie vil des sey; so mocht man an der beschaw und mauttdester mynner werden
betragen.
[5.] Item das auch die herren aufm haws mit den mauttern an den tòrrn reden oder
mit in geschafft werde zu reden, das in die mautter alle phant, so sy von mautt wegen
innemen, antwurten, auch die rabusch, so sy gegen den fùrern habent, gèntzlichen ver-
raitten.
[6.] Item daz den herren empholhen werde, alle mautter und ander, die der stat gùt
innement, zu visitirn wochenlich, so sy dartzu mùssig sein, ob sy bey dem mautthaus
beleiben und irm ambt ordenlichen auswarten oder nicht, auch darnach fragen, das sy
solhenunfleiss, ob sydenanain(em) fùnden,wissenantzebringen.
[140v] [7.] Item das die herren zu rechter zeit auf das haws und darob gen und der
leùt warten sullen im sumer von sand Jòrgentag [24. April] untz auf sannd Michelstag
[29. September], alle tag des morgens, so es sechse slecht, und herab, so es newne slecht,
und nach essens darauf, wen es zwelfe slecht, und darab, wenn es vire slecht. Aber von
sand Michelstag untz auf sand Jorgentag des morgens, wenn es siben slecht, und herab,
wenn es zechne slecht, und nach essens wider darauf, wenn es ains slecht, und darob,
wennes vire slecht. Sowissendiekauffleùtundauchdie gestdarnachzuhandelnund sy
zuvinden.
[8.] Item sy sullen auch den kaufleùten und gewersleùten, die ir mautt richten wel-
len, gutlichenmitredenundfurderlich seinund in irnhewsernvonnyemantskainmautt
nemen noch zaichen geben, sy verstùnden denn oder wùrden warhaftigclich geweist, das
es ainem so gar genòtigs wèr und ain gevertt oder fùr versawmen mochtt, dem mùgen sy
nachbezalungdermauttundredlicherbeschawdahaimzaichengebenunddazdannauf
dazhawspringenundaufschreibenb als andermautt, diemanndaselbs gibt.
[9] Itemdaz syauchall vèll, ob sichdiebegèbenoderwiewiderder stat gerechtichait
gehanndltwùrde, angeunds anpringen sullendemburgermaisterunddemrat.
[10.] Item das sy auch all nùtz und rènnt, die man in auf das haws pringt und also
geneinander auszeln und die sy selbs innement, es sey vil oder wenig, nynndert alswohin
prauchen sullenden [!] zuder statnùtzund frumengetreulichundungevèrlich.
b -s-nachgetragen.
2 WienerNeustadt, Statutarstadt,NÖ.
3 Hainburga.d.Donau,VBBrucka.d.Leitha,NÖ.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen