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Nr.296–297 451
gestatten in dhain weise, als lieb in alln unnd aim yedem sei unnser swere ungnad zu
vermeidenn.Dasmaynenwir ernnstlich.
Miturkunnddesbriefs, gebnnzuWiennan freitagnachunnser liebnnFrawntagAs-
sumptionisnachCristigeburdeviertzehnnhundertunndimainsundachtzigistnn,unnsers
kaisertumbs imdreissigisten,unnser reichedesRomischen imzwaiundviertzigistnnunnd
desHungrischnn imdrewundzwaintzigistnn jare.
Commiss(io)d(o)m(in)i imperator(is) in cons(ilio)
297.
BanntaidingderBewohnerdesUnterenWerds.
[um1460]1.
HWOBfol.163r–165r.
Parallelüberlieferung: WStLA, Sammlungen, Handschriften, B 121 fol.1r–5v (2. H. 15.Jh.
[BUW]).
Druck: Weschel, Leopoldstadt XIX–XXIV Nr.13 (BUW); Weisthümer NÖ 1, ed. Winter
Nr.126 (HWOBundBUW).–Literatur:Brunner,Finanzen198.
DerWerder2 recht enhalbTùnawa
[1.] So meldent sy daz bey irem aid, das sy sullen alle jare ein pantzteiding haben des
suntags noch sand Jorgentagb [24. April], nach demselben taiding ein nachtayding uber
viertzehentagsullensyhaben,obsysichindertvergèssenindemerstentaiding,dazsullen
symelden indemnachtaydingund sullen syc desunentgolten sein an iren rechten.
[2.] Weraufdemaigen ichthabzudemmùnstend, der sol seinbeyderdritten sprach
oder er sey wanndels beiliben, wirdte er beklagt zwenundsibentzig phennig, unbeklagt
zweliff phennig.
[3.] Und das ir kainer des seinen nicht verliesen mag von dreyrlay sach wegen: vor
notnussf, vor rechten noch vor dieben, so sol man sein hausfrawn oder seine kind ver-
kauffen lassen oder sein nagist frewndt. Wèr aber, das ir ainer gefangen wurd, so sol er
sich ledigenmit seinerhabunddarinne sol imkain irrungnicht geschehen.
[4.] Weraufdemaigenichthab,derdoverkaufftoderkaufft,derdoverkaufft,der sol
aufgebenindenrechtentègen,derdokaufft,der solaufnemenauchindenrechtentègen.
Wèr aber, das ir ainer sawmig wèr, der sey vervallen LXXII den. zu wandl; sawmentg sy
es aberbaid, so seyder grunt vervallendemherrenauf gnad.
[5.] Und ob ir ainer den anderen an seinem schaden begriff, es wèr fraw oder man,
und wolt die vahen und mòcht den nicht ùberobern, was er demselben tu˚et an den tod
alain, do sey niemant umb beliben. Wèr es aber pey der nachtt, daz ainer ain(en) begriff
297 aÜberschrift rubriziert. – BUW: Daz sind die recht der Werder enhalb Thùnaw. b BUW gestrichen,
davor von späterer Hand ergänzt: Petters [29. Juni]. c BUW gestrichen. d BUW: mennisten, jedoch von spä-
terer Hand gestrichen und darüber ergänzt: wenigisten. e Nach BUW; HWOB: wùr. f BUW: notturfft.
g BUWdurchUnterstreichung getilgt, links danebenvon spätererHand: saumben.
297 1 Nach Weisthümer NÖ 1, ed. W
783; Datierung nach der Hand, die den Text in das HWOB
eingetragenhat.ObderText tatsächlichdeutlichälteresGewohnheitsrechtwiedergibt,wieWintermeint,muss
wohlbezweifeltwerden, siehedazuobenS.171.
2 ZumUnterenWerd sieheobenNr.201Anm.1.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen