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Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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Page - 549 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)

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Glossar 549 prennen, durch die zend: das „Ausbrennen durch die Zähne“ als Strafe, also ein Durchstechen der Wangenbzw. eineBrandmarkungaufdenBacken53. Primzeit (preimzeyt): sechsUhr inderFrüh54. Profanter s. unterMesserwerk Brückenmeister: ein seit der Errichtung der großen Donaubrücke (1439) nachweisbares Amt, das fürdieÜberwachungundInstandhaltungderselbenebensowie fürdieEinhebungderBrücken- maut zuständig war. Anfangs gab es zwei, ab 1476 nur einen Amtsträger. Die Stadtordnung von 1526 legte fest, dass der Brückenmeister nur mehr aus dem Äußeren→Rat oder aus der Bürgerschaft berufenwerden sollte.AlsKontrollorgan fungierteder→Gegenschreiber55. Brünieren (prunìren, brunyeren): ein Metall glänzend machen, polieren; Gold wird beispielsweise über eineglatteFlächegestrichenunddannmitdemPolierstahlpoliert56. Brünner:HerstellervonPanzernundvonweiterenRüstungsteilen,gleichbedeutendmitSarwerkern (sarwurher). Eine Brünne war eine aus Platten gefertigte Schutzwaffe57. Die Brünner verloren um1400anBedeutung,währenddie→Plattner sich immermehrdurchsetzenkonnten58. Brustleder (prustleder): ein Teil des→Stechzeuges, nämlich der Vorbug, also die Brustabdeckung desPferdes59; s. auch kienraiffl,Rosskopf, Stechsattel, Stechzeug. Buchfeller (puchveler):Hersteller vonPergament60. Bürgerbäcker (purgerpekchen):GruppevonBäckern,die ihrGebäcknicht fürdenallgemeinenVer- kauf, sondern gegen einen entsprechenden Lohn speziell für den Hausbedarf ihrer Kundschaft backendurften61. pulian:Kuppler,Zuhälter62. Burgfried: städtischer Gerichts-, Hoheits- und Steuerbezirk; die Wiener Burgfriedgrenze endete nicht anderStadtmauer, sondern schlossdieVorstädtemit ein63. C,Ch,K Käufel: Altkleiderhändler64, aber auch Verfertiger gewisser Kleidungsstücke wie→Nestelkittel (Nr.248). Kammeramt: Bereits seit dem Ende des 13. Jahrhunderts sind zwei Kämmerer in der Stadtverwal- tungnachweisbar,diezunächstnurfürdieVerwaltungvonGebührenundStrafgeldernzuständig waren. Erst ab 1418 wurde ihre Zuständigkeit auf das gesamte städtische Finanzwesen ausge- dehnt. 1485 folgte die Teilung in Ober- und Unterkammeramt. Der Oberkämmerer war fortan für die Abrechnung der Einnahmen aus Steuern, Mauten, Strafgeldern und der Ausgaben für städtische Funktionäre, Geschenke und Reisen, der Unterkämmerer für das Bauwesen zustän- dig65. kanschaft, konschaft:Ehe66. 53 M     ,RechtsarchäologieEuropas153. 54 DWB 13 (1889)2128f. 55 B      , Finanzen117f.;P     ,Ratsbürger24;P     ,Verfassung74. 56 A      ,Wörterbuch11221f.; FWB 4 (2001)1268. 57 F   ,Beiträge252.ZudenSarwerkernvgl. DWB 14 (1893)1803. 58 U     ,Gewerbe649. 59 DWB 26 (1951)940. 60 FWB 4 (2001)1322. 61 B    ,Märkte13. 62 FWB 4 (2001)1374. 63 C     , LexikonWien1516f. 64 P     ,Beiträge36. 65 C     , LexikonWien4432. 66 DWB 11 (1873)1742.
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Das Wiener Handwerksordnungsbuch (1364–1555)
Title
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
Subtitle
(1364–1555)
Author
Markus Gneiß
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20418-3
Size
17.3 x 24.5 cm
Pages
674
Keywords
Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
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