Page - 160 - in Handwörterbuch der Philosophie
Image of the Page - 160 -
Text of the Page - 160 -
Einzelding — Ektrdpie.
Einzelding s. Ding, Individuum, Begriff.
Einzelurteile sind Urteile mit einem Individualbegriff als Subjekt
{Dieses S ist P).
Ejekte (d. h. Herausverlegte) heißen nach ROMANES, CLIFFORD U. a.
dem eigenen Erleben heraus projizierte Empfindungen, welche teils unper-
sönlich, an sich, teils als Erlebnisse fremder Subjekte existieren, während die
nur Erscheinungen im erkennenden Bewußtsein sind. Vgl. ROMANES,
D. geistige Entwicklung d. Menschen, 1893, S. 198, 206; CLIFFORD, Von der
Natur der Dinge an sich, 1903, S. 28 ff. Vgl. Objekt.
Ekel ist eine mit Geschmacks- und Geruchempfindungen, aber auch mit
der Vorstellung widerlicher Eindrücke sich verbindende Empfindung muskulärer
Art (vgl. WUNDT, Grdz. d. phys. Psychol. II6, 1903, S. 55).
Eklektiker der Auswählende; vgl. Diog. Laert.,
21, wo als erster Vertreter der POTAMON von Alexandria ge-
nannt wird) heißen jene Philosophen, welche aus verschiedenen Systemen das ent-
lehnen, was ihnen als richtig dünkt, wobei manchmal Theorien zusammengestellt
werden, die zueinander nicht passen (Eklektizismus im schlechten Sinne). Etwas
— ohne schlechten Sinn — haftet vielen Systemen an. Eklektiker
sind besonders PHILON VON LARISSA, ANTIOCHOS VON ASKALON, POTAMON,
verschiedene spätere Stoiker und Kyniker, Platoniker und Peripatetiker,
verschiedene Scholastiker, deutsche des 18. Jahr-
hunderts, verschiedene Anhänger der Philosophie, V. COUSIN
n. a. Vgl. Synkretismus.
nennt R. SEMON die Auslösung einer psychischen Dis-
position („Engramm", s. d.) durch einen („ekphorischen") Reiz (Die
1908). Vgl. Gedächtnis.
ist der Weltbrand, die Auflösung der in
das Urfeuer, aus der sie dann wieder hervorgeht, um periodisch denselben
Prozeß durchzumachen. So lehren (Diog. Laert. IX, und die
Stoiker (STOBAEUS, Ecloga I, 304).
Ekstase Außersichsein, Verzückung, ist ein rauschartiger
Exaltationszustand der Psyche, in welchem auf Grund von Halluzinationen,
Visionen u.dgl. das Übersinnliche, Göttliche unmittelbar erfaßt zu werden scheint.
Die Mystiker (s. d.) streben, durch Askese u. den ekstatischen Zustand
künstlich herbeizuführen. Nach PLOTIN wird die E. durch „Reinigung"
der Seele erreicht, als ein Zustand des Einssein mit Gott, mit dem „Einen",
wobei die Seele nichts mehr von sich als Einzelwesen weiß (Enneaden VI, 9,
11; 7, 25). Ähnlich lehren RICHARD VON ST. VICTOR, BONAVENTURA, JOH.
GERSON („ecstasis est raptus cum cessatione operationum in
inferioribus ECKHART U. a. Vgl. ACHELIS, Die E. in ihrer kultu-
rellen Bedeutung, 1902; P. BECK, Die E., 1906.
Ektropie (kxxgonr)) nennt besonders F. AUERBACH die noch nicht ent-
wertete, in Arbeit umsetzbare Energie, als Gegensatz zur „Entropie" (s. d.).
Im Organischen besteht ein Ektropismus, eine Tendenz zur Steigerung der
Ektropie im Kampfe gegen die Entropisierung der Energie (Ektropismus, 1910;
back to the
book Handwörterbuch der Philosophie"
Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften