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200 Erklärung.
WUNDT gliedert die Erkenntnislehre in formale Logik und reale Erkenntnis-
lehre, welche wieder aus der Erkenntnistheorie (allgemeine E. und Methoden-
lehre) und Erkenntnisgeschichte besteht. Die Aufgabe der Erkenntnistheorie
ist die Darstellung der Begriffsbildung, wie sie nach logischen Motiven inner-
halb der stattgefunden hat, verbunden mit Kritik der wissenschaft-
lichen Erkenntnis (Logik I8, 1906). Vgl. LADD, Philos. of Knowledge, 1897;.
STÖRRING, Einführung in die E., 1909; HÖFFDING, Der menschliche Ge-
danke, 1911.
Auf die Psychologie basieren die E. HERDER (Vom Erkennen u. Empfinden
d. menschL Seele, 1778), BENEKE (Erkenntnislehre, 1820), SCHOPENHAUER,.
F. A. LANGE, J. B. MEYER, HELMHOLTZ, J. ST. MILL, SPENCER, H. CORNELIUS
(Einleit. in d. Philos., 1903, S. 2. A. 1911), HEYMANS. Nach ihm ist die
E. „Psychologie des Denkens", die „exakte, durch empirische Untersuchung
gegebenen Denkens zu ermittelnde Feststellung und Erklärung der
Beziehungen, welche das Auftreten von Überzeugungen im Bewußtsein be-
dingen" (D. Gesetze u. Elemente des wissensch. Denkens, 1905, S. 3 ff.). Ferner
SPENCER, JAMES, F. C. S. SCHILLER Pragmatismus), VAIHINGER, AVENARIUS,.
MACH U. a. Vertreter des „Biologismus"; auch JERUSALEM: „Die Erkenntnis-
theorie fragt nach der Möglichkeit und nach den Grenzen der Erkenntnis. Die
Erkenntnistheorie setzt diese Möglichkeit bereits voraus und sucht den Ur-
sprung und die Entwicklung des menschlichen Erkennens zu erforschen" (Der
krit. Idealismus, 1908, S. vgl. Einleit. in d. Philos.4, 1909). Vgl. die
Literatur unter „Erkenntnis", ferner: HEGEL, Enzyklop. § 10 (gegen die
Möglichkeit einer E.); CZOLBE, Grundz. einer extensionalen Erk., 1875;
R. PROELSS, Der Ursprung d. menschL Erkenntnis, 1879; KOCH, E. Unter-
suchungen, 1883; F. BON, Die Dogmen der E., 1902; HEIM, Psychologismus
oder AntipsychoL, M. KAUFFMANN, der E., v. SCHUBERT-
SOLDERN, Grundlagen einer E., A. v. LECLAIR, Der Realismus der
Naturwissenschaft, 1879; Beitr. zu einer monistischen E., 1882; MACH, Er-
kenntnis u. 1906; Vom Erkennen, 1897; ELSENHANS,
u. Kant, 1906 f.; M. SCHELER, Die transzendentale u. d. psychologische Methode,.
1900; E. GRIMM, Zur Geschichte d. Erkenntnisproblems, 1890; CASSIRER, Das
Erkenntnisproblem in d. Philos. u. Wissensch. der Zeit, 1906 f.; 2. A.
HOBHOUSE, Theory of Knowledge, 1896; S. SCHILLER, Humanismus (deutsch),.
MAUTHNER, Beitr. zu e. Kritik d. Sprache, 1901 ff.; Wörterbuch
Philos., F. DREYER, Studien zur Methodenlehre u.
1895—1903; LOSSKIJ, Die E. des Intuitivismus, 1910; F. MEYERHOLZ, Erkennt-
nisbegriff u. Erkenntniserwerb, 1908; H. LÜDEMANN, Das Erkennen die
Werturteile, 1910; DÜRR, Erkenntnistheorie, 1910; H. LESER, in
Grundprobleme der E., 1911; EUCKEN, Erkennen u. Leben, 1912; E.
Meine naturwissensch. Erkenntnislehre, VII, 1910; DRIESCH,
lehre, 1912. — Vgl. Erkenntnis, Wissenschaftslehre, Logik, Metaphysik, Kriti-
zismus, Psychologismus, Problem, Metaphysik, Voluntarismus.
Erklärung ist die Darlegung der Ursache Geschehens, die Einord-
nung einer besondern Tatsache in einen ursächlichen Zusammenhang, die
führung derselben auf ein allgemeines, bekanntes Geschehen, auf ein Gesetz,
als dessen Spezialfall sie erscheint. Erklärt ist etwas im einzelnen, wenn es
Folge eines Grundes dargetan ist, der uns das Auftreten einer Tatsache
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften