Page - 233 - in Handwörterbuch der Philosophie
Image of the Page - 233 -
Text of the Page - 233 -
Gegensatz — Gegenstandstheorie.
mittelst der Sirmlichkeit . . werden uns Gegenstände (Krit. d.
Vernunft, S. 48). Hingegen darf nach COHEN das Denken nur dasjenige
gegeben betrachten, was es selbst aufzufinden vermag (Logik, 1902, S. 68). Die-
objektiven Tatsachen sind nicht gegeben, sondern „aufgegeben" (vgl.
Der Gegenstand der Erkenntnis8, 1904, S. 165, 180). So auch NATORP U.
(s. Objekt). Nach P. STERN liegen den scheinbaren Gegebenheiten der
schauung schon gedankliche (kategoriale) Elemente zugrunde (Das Problem der-
Gegebenheit, 1903, S. 7 ff., 73). — Nach REHMKE sind Außen- und
gleich unmittelbar gegeben (Philos. als Grundwissenschaft, 1910).
„Gegebene" zerfällt in Einzelnes und Allgemeines, d.
und Unveränderliches (1. c. S. 35 f., 203 f., 407 f.). Vgl. Rationalismus,
Sein, Idealismus.
Gegensatz (oppositio) ist das Verhältnis des realen oder
logischen Widerstreites. In realem stehen Kräfte, die einander
entgegenwirken, aufheben, hemmen. In logischem G. stehen je zwei
oder Urteile zueinander, die einander ausschließen, so daß etwa das eine Urteil
ebendasselbe verneint, was das andere bejaht (vgl. Es gibt
kontradiktorischen (s. d.) und konträren (s. d.), bzw. subkonträren
(vgl. ARISTOTELES, Metaphys. V, 10; prior. I, 2; 15). Das
tische" d.) Denken bewegt sich in Gegensätzen, die es zur Einheit verbindet.
Den Unterschied zwischen logischem und realem G. betont zuerst KANT (WW..
II, 75 ff.; vgl. Krit. der rein. Vernunft, S. 410).
Auf Gegensätze, die einander als Korrelate (s. d.) zugeordnet sind,
aufmerksam die Pythagoreer (vgl. Aristoteles, Metaphys. I, 5),
SCHELLING, HEGEL U. a., L. GILBERT (Neue Energetik, u. a. Nach
LAUS ist Gott (s. d.) die „Koinzidenz der Gegensätze". — Den G.
treibendes Prinzip des Geschehens betonen HERAKLIT xe xax
nach welchem im Strome des Werdens (s. d.) alles in sein
umschlägt, wobei die Gegensätze zur Einheit zusammengehen
Phys. III, 5; Sext. Empir., Pyrrhon. hypotyp. 230; Stobaeus, I,
60; vgl. Harmonie), J. BÖHME („Gegenwurf"), HEGEL (S. Widerspruch),
universelle, 1897) u. a. Das Gesetz der Entwicklung in
welches besonders in der Geschichte sich geltend macht, er-
örtert besonders WUNDT (Grundr. d. Psych.5, S. 401 f.; Logik II2,.
1895, S. 282 ff., 3. A. 1908). Vgl. W. LEWINSOHN, Gegensatz u.
Studien zu u. Aristoteles, 1910; N. STERN, Das Denken u. sein
stand, 1909, S. 185; Seele u. 1912, S. 172; PATTEN, Theory of
Social Forces, 1895; CRATZ, Der 1870; PIKLER, Das
Beharren u. die Gegensätzlichkeit des 1908. Vgl. Polarität, Wider-
streit, Korrelat, Gefühl, Kontrast,
Gegenstand s. Objekt. — Nach MEINONG zerfallen die
in „Objekte" und „Objektive". Es gibt ferner abstrakte „Gegenstände höherer
Ordnung" (vgl.
Gegenstandstheorie nennt A. MEINONG die allgemeine Theorie des
„Gegenstandes", des Gegenständlichen im Vorstellen und Denken, alles dessen,.
was „aus der Natur eines Gegenstandes, also a priori, in betreff dieses Gegen-
standes erkannt werden kann". Auch mit nicht-realen, nicht existierenden
Gegenständen hat sie es zu tun, ihre Betrachtungsweise ist abstrakt,
back to the
book Handwörterbuch der Philosophie"
Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften