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Handwörterbuch der Philosophie
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269 ixegov evexa, aXXo, „bonum cui, secundum quid, per accidens"; vgl. Eth. I, 1; I, 4), ferner ein wahres und scheinbares Gut (III, 6, 7; VI, 13). Alles Wirkliche ist an sich gut; die Güte besteht überall in der Verwirk- lichung des Naturzwecks (vgl. Arleth, Die metaphys. Grundlagen der Ethik, S. 39 ff.). Die identifizieren das Gute mit dem Sittüchen im Sinne des Natur- und Vernunftgemäßen (Diog. Laert. VII, 94 ff.). Ein Gut ist nur die Tugend (s. d.), während die die Lust als erstes und ur- sprüngliches Gut bezeichnen (Diog. Laert. X, 129). Nach PLOTIN gibt es wieder ein „Gutes an sich", ein göttliches Urgutes als Quelle alles Lebens (Ennead. I, 7, 8). Auch die mittelalterliche Philosophie kennt ein Gutes an sich, ein „höch- stes Gut" als Endziel des Strebens; Gott (s. d.) selbst ist das höchste Gut. Metaphysisch ist das Gutsein eine Eigenschaft alles Seienden („quiquid est, bonum est": AUGUSTINUS, De vera religione, 21; THOMAS, Sum. theol. I, 5, 3). Gut ist, was seine ihm gemäße Vollkommenheit hat, was allgemein erstrebt wird („quod appetunt", „inquantum est appetibile", THOMAS, Sum. theol. I, 5). Metaphysisch ist die Güte der Dinge ihre Übereinstimmung mit dem göttlichen Willen. Vgl. CATHREIN, Moralphiios. I, 237 STÖCKL, Lehrbuch d. Philos. II8, 1912; V. COUSIN, DU vrai, du beau et du bien8, 1860. Auf den Willen beziehen — als Gegenstand des Strebens, Begehrens — das Gute: HOBBES (Leviathan I, 6), SPINOZA, nach welchem wir nicht etwas erstreben, weil es gut ist, sondern erst unser Streben etwas zum „Guten" macht (Eth. III, prop. IX; IV, praef.) und dieses Gute mit dem wahrhaft Nützlichen, der Erhaltung und Vervollkommnung Dienenden, identisch ist (Eth. IV). Auch nach CHR. WOLFF ist gut, „was uns und unsern Zustand vollkommener machet" Gedanken von Gott . . ., I, § 422; Philos. practica I, § 374). Nach KANT ist „gut", was „vermittelst der Vernunft durch den bloßen Begriff gefällt" (Krit. d. Urteilskraft I, § 4 f.). Gut ist, was ge- schätzt, gebilligt wird, was Achtung erweckt (ibid.). Das höchste Gut ist die Tugend, das vollendete Gut aber schließt auch Glückseligkeit in genauer Pro- portion zur Sittlichkeit ein. Wir sollen das höchste Gut zu befördern (vgl. über den „guten Willen": Sittlichkeit; vgl. Unsterblichkeit, Moralbeweis). Als das dem Willen, Begehren Entsprechende definieren das Gute SCHOPENHAUER, HARMS, WITTE, PAULSEN, JAMES, GREEN, Böse, Sittlichkeit) u. a. Als das einem Zwecke, der Erhaltung, Vervoll- kommnung, Dienende bestimmen es BENEKE, LIPPS, WUNDT, PAULSEN (System d. Ethik I« 1899, 320), HÖFFDING, SPENCER of Ethics, 1888 ff., I, § 8) u. a. Als das Lusterregende betrachten es LOCKE (Essay concern. hum. unterstand. K. 20, § 2), FECHNER (Über das höchste Gut, 1846, S. 66 SCHUPPE (Grdz. d. Ethik, 1882, S. 19), GIZYCKI, KREIBIG (Werttheorie, 1902, S. 18 ff.), BECHER (Die Grundfrage der Ethik, 1908, S. ff.) u. a. Als positiv Wertvolles gilt das Gute bei ULRICI, DÖRING (Philos. Güterlehre, 1888, S. 2, 76), EHRENFELS, C. (Einleit. in d. Ethik, 1901, II, 11, 19) u. Nach SIMMEL (Einleit. in d. Moralwissenschaft, 1892/93, I, 47) u. a. ist das Gute das, was verwirklicht werden soll, es ist eine unmittelbare Qualität Wollens. Vgl. LOTZE, III 1869, 605 ff. (Das Gute als Grund Seienden); Gesammelte Werke, 1908 f. (Gott ist das Gute, die höchste Norm); La science positive et la 1907, deutsch (Das Absolute ist das Gute); BRENTANO, Vom Ursprung sittlicher
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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