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358 Krokodilschluß Kultur.
Idealismus und die reine Logik, 1905; C. GÖRING, System der kritischen
Philosophie, 1874; E. ARNOLDT, Gesammelte Schriften, 1907 ff.; B.
I. Kant, VAIHINGER, Kommentar zu Kants Kritik der reinen
Die Philosophie des Als ob, EWALD, Kants kritischer Idealismus,
1908; A. MESSER, in die Erkenntnisthorie, 1909; REININGER,
sophie des Erkennens, 1911; SCHELER, Die transzendentale u. die
Methode, 1900; H. LESER, Das Wahrheitsproblem, 1901; BÄRENBACH,
legung d. krit. Phüos. I, 1879; J. BERGMANN, Zur des K., 1875;
CESCA, Storia e doctrina criticismo, 1884; WEISENGRÜN, Der neue Kurs
in d. Philos., 1905. Vgl. Kantianismus, Idealismus, Erkenntnistheorie,
zendental, Objekt, Erfahrung, A priori, Anschauungsformen, Mathematik, Ka-
tegorien, Axiome, Idee, Vernunft, Urteil, Wahrheit, Regulativ, Erkenntnis,
Gesetz, Verstand, Postulat, Zweck, Antinomie, Natur, Tatsache, Sein, Bewußt-
sein, Realität, Unendlich, Unbedingt, Willensfreiheit, Charakter, Noumenon,
Immanent, Transzendent, Gott, Wissen (u. Glauben), Phänomenalismus, Gegeben.
heißt ein Trugschluß,
Dilemma folgenden Inhalts: Ein Krokodil hat ein Kind geraubt und
Mutter desselben versprochen, es ihr zurückzugeben, wenn es ihm darüber die
Wahrheit sagen würde. Die Mutter sagt nun: Du gibst mir das Kind nicht
wieder. Das Krokodil antwortet: Nun erhältst du dein Kind keinesfalls, sei es,
wenn du wahr sprachst, auf Grund deines Ausspruches, sei es, wenn du nicht
die Wahrheit sagtest, auf Grund unseres Vertrages. Darauf bemerkt die Frau:
Ich muß mein Kind in jedem Falle erhalten, entweder, wenn ich die Wahr-
heit sagte, kraft unseres Vertrages, oder aber, wenn das von mir Behauptete
nicht zutrifft, gemäß meiner Aussage (vgl. PRANTL, Gesch. d. Logik I, 493).
Natürlich liegt doppelter Gebrauch des Begriffs „Wahrheit" vor; nicht auf
den Inhalt des von der Frau Gesagten als solchen kommt es an, sondern ob
sie schlechthin die Wahrheit gesagt hat, worauf dann der Vertrag für sie
spricht, falls dies der Fall ist. VgL SCHUPPE, Grundr. der Erkenntnistheorie
u. Logik, 1894, S. f.
Kultur (cultura, Pflege, Ausbildung) bedeutet im weitesten Sinne Ver-
edlung eines (organischen) Naturobjekts, insbesondere in der Weise, daß die in
diesem Objekt enthaltenen Möglichkeiten, Anlagen, Potenzen in der Richtung
eines bestimmten Zieles, (Kulturwillens) verwirklicht und ausgebildet
werden, während das dem besonderen Zwecke nicht Entsprechende ausgemerzt
oder zurückgedrängt wird. Das Produkt kultureller Tätigkeit ist ein Kultur-
gebilde, und „Kultur" bedeutet dann nicht bloß den Kulturakt, sondern auch
den Inbegriff und Besitz der kulturellen Leistungen, Gebüde, Erzeugnisse,
Formen, der Kulturgüter, Kulturwerte. Im aktiven Sinne ist K. die Ver-
edelung der Natur, des Zutun menschlicher Aktivität Gegebenen, Ent-
standenen durch den Menschengeist und dessen planmäßige Tätigkeit. Sie
ist zuhöchst Verarbeitung und Formung des Natürlichen außerhalb
des Menschen und in ihm selbst im Sinne des reinen Kultur-
des Willens zu immer stärkerer und ausgedehnterer Durchdringung
des Naturhaften durch den Geist, zur Unterwerfung der Natur unter die
Zwecke des Menschen, des Menschen selbst unter die Forderungen und Ideale des
reinen Menschheitswillens („Menschheitskultur"). Der reine Kulturwüle zielt auf
die höchstmögliche Entfaltung, Steigerung, Intensivierung, Verfeinerung der
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften