Page - 441 - in Handwörterbuch der Philosophie
Image of the Page - 441 -
Text of the Page - 441 -
Noologist — Norm.
Geistesleben sich beziehend im Unterschiede vom psycho-
logischen Verfahren): EUCKEN, Die Einheit des Geisteslebens, 1888, S. 200 f.;.
SCHELER, Die transzendentale u. die psychologische Methode, 1900 (Ableitung
des Erkenntnisgehaltes aus der d. h. aus dem „gemeinsam
erkannten Werkzusammenhange der menschlichen Kultur").
ist nach KANT jeder, nach dem die reinen Vernunft-
erkenntnisse unabhängig von der Erfahrung in der Vernunft ihre
haben, im zu den „Empiristen". Das „Haupt der Noologisten"
ist PLATON (Krit. d. reinen Vernunft, Methodenlehre: Die Geschichte d.
Vernunft).
Nooumenon s. Noumenon.
Norm ist eine Regel, oder eine * für die
einer Handlung, für ein theoretisches oder praktisches Verhalten, ferner ein
Maßstab bei der Beurteilung und Bewertung von Handlungen. Es
Grundnormen und aus ihnen sich ergebende abgeleitete Normen, deren
Gültigkeit durch die ersteren bedingt ist. Die obersten Grundnormen sind
idealen Normen für das Denken, Handeln, Gestalten (logische,
ästhetische Normen). Diese Normen sind allgemeingültige Postulate und
denen genügt werden muß, wenn das Ziel des Denkens,
Gestaltens erreicht werden soll. Sie sind nicht empirischen Ursprungs,
ein „A priori" (s. d.), sie wurzeln im idealen Willen selbst, der hier
selbständig-frei gebietet und ein absolut gültiges Sollen (s. d.) ausspricht.
abgeleiteten Normen sind von teleologischer Notwendigkeit, als Bedingungen
und Mittel im Dienste der Grundnormen. — Die sittlichen Normen zer-
fallen, nach WUNDT, in individuale, soziale, humane Normen. Treten
verschiedener Gattung in Widerstreit, so ist der Vorzug jener zu geben, die dem
umfassenderen Zwecke dient 1886, S. 548 ff.; vgl. S. 8, 539 ff.; 4.
1912; Logik, 1907).
Nach WINDELBAND sind Normen jene „Formen der Verwirklichung von
Naturgesetzen, welche unter Voraussetzung des Zweckes der Allgemeingültig-
keit gebildet werden sollen". Das ideale „Normbewußtsein" ist der
Wertmaßstab, die apriorische Bedingung alles Wertens, das Ideal der
kenntnis und des Handelns. An das Bewußtwerden der Norm knüpft
mit Evidenz die Nötigung, sie zu befolgen. Es ist aber gleichgültig, wie
die Normen tatsächlich anerkannt werden, sie gelten unbedingt (vgl. Axiom);
sie realisieren sich durch das Psychische von selbst 1907, S. 290
vgl. Gott, Wahrheit). Nach VON DER PFORDTEN besteht eine
zwischen dem in Normen Gedachten und Gewerteten und der Wirklichkeit
(Konformismus, 1910). — Vgl. BENEKE, Lehrbuch d. Psychol.3, 1861, § ff.;
COHEN, Ethik, 1904, S. 264 ff.; HUSSERL, Logische Untersuchungen, 1900, I,.
f.; K. GROOS, Der ästhetische Genuß, 1903, S. 136 ff.; VOLKELT, Ästhetik
I, 1905, ff.; M. E. MAYER, Rechtsnormen u. Kulturnormen, 1903;
DING, Der menschliche Gedanke, 1911 (N. = „eine Regel für die zur
eines Zweckes notwendigen Mittel und Wege". Der Wert der Norm ist mittel-
bar); H. Hauptprobleme d. Staatsrechtslehre, 1911 (Unterschied der
normativen von der explikativ-teleologischen Betrachtungsweise); BINDING,
Normen u. ihre Übertretung I*, 1890, II, 1872. — Vgl. Sittlichkeit,
back to the
book Handwörterbuch der Philosophie"
Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften