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Handwörterbuch der Philosophie
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Relation. 555 gebenen Bestimmtheiten derselben sie in der Einheit der Relation zusammen- faßt, teils schon an der Anschauung (konkret), teils erst im abstrakt-begriff- lichen Denken. — Die Relation (Größe, Ähnlichkeit usw.) ist nicht eine be- sondere „Vorstellung" neben anderen („Beziehungsvorstellung"), sondern eine Bestimmtheit, welche Vorstellungen (und deren Objekte) in der Synthesis des erhalten, besitzen. Die Herstellung und Entdeckung von Relationen gehört zum Wesen des endlichen Denkens (s. d.), weiches den primären Zusammenhang der Erlebnisse analysiert, um die für sich fixierten Elemente desselben miteinander zu verknüpfen (vgl. Synthese). Von funda- mentaler Art sind die Grundrelationen, in welchen wir die Mannigfaltigkeit von Erfahrungsdaten einordnen. Die Relation (Be- ziehung) als solche liegt nicht in den Dingen selbst — durch die sie aber, wenn sie „objektiv" („real") ist, —, sondern in dem Zusammenhalten der- als Objekte eines „Bewußtseins überhaupt" (sofern es sich nicht um rein subjektiv gültige Relationen handelt). Die objektiven Relationen sind durch die Gesetzlichkeit des erkennenden Bewußtseins einerseits, durch die Inhalte desselben anderseits gefordert, sie sind allgemeingültig. Von den em- pirisch-realen sind die Relationen zu unterscheiden, d. h. solche, die unabhängig von der Erfahrung aus dem bloßen von Denkobjekten erhellen (s. Gegenstandstheorie) oder die den Zusammen- hang logischer und mathematischer Geltungen (Begriffe, Urteile) betreffen Relationen). Es gibt also absolut gültige Urteile über Re- lationen („apriorische Relationsurteile"). — Objektive Erkenntnis ist Bestim- mung der Relationen der Dinge, die mit den Objekten selbst zur welt gehören (s. Erscheinung), denen aber im „An sich" der Dinge etwas ent- sprechen kann, ein gewisses aktiv-reaktives „Verhalten" (zunächst im „Für- sich" des Wirklichen). Vgl. Absolut, Objekt, Naturwissenschaft, Quantität, Kategorie, Sein. Die R. gilt zunächst als etwas Objektives, Reales, zwischen den realen Dingen Bestehendes und vom Erkennen Unabhängiges oder doch real Bedingtes, Begründetes. So nach ARISTOTELES, der sie als „Kategorie" (s. d.) bestimmt 7), den Stoikern u. a. Nach PLOTIN werden die Relationen erst im Urteil gesetzt (Ennead. VI, 1, 6). Die meisten Scholastiker nehmen ein „fundamentum relationis" in den Dingen selbst an. So THOMAS VON AQUINO 1. II Sent. 1), welcher „relationes reales" und „rationis", ferner „transzendentale" (wesentliche) und „prädikamentale" Relationen unterscheidet disputat. 47, sct. 1) u. a. Nach MAYRONIS ist die R. etwas Reales (In I sent., d. 29, q. 1). Hingegen sind nach den arabischen Mo- die Relationen subjektiv (ideell). — Nach LEIBNIZ sind die R. vom menschlichen Denken unabhängig, aber abhängig vom göttlichen Geiste, durch den sie bestimmt sind (Nouv. Essais II, K. 30, § 4). Nach LOCKE sind die R. als solche nur im vergleichenden Bewußtsein, haben aber eine „foun- dation" (Essay concern. human understand. II, K. 12, § 7; K. 28, § 18; K. 30, 4). HUME unterscheidet zwei Klassen von Relationen zwischen den Vorstel- lungen; die eine Ähnlichkeit, Widerstreit, Quantität und Zahl, ist absolut gewiß und wird durch reines Denken, unabhängig von der Existenz des Gedachten, erkannt (Treatise, I, sct. 5; vgl. Gegenstandstheorie, A priori). Nach TETENS sind die Beziehungen und Verhältnisse, als „Verhältnisgedanken", nur „subjektivisch", haben einen Grund in den Objekten (eine „Mitwirk-
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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