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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
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© 2020, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603 KolonialeBeschreibungskategorien fürBosnien-Herzegowina, 1878–1918 Ausder imvorangegangenenAbschnitt zusammengefasstenKurzphänomeno- logiedesKolonialismusherauskönnenneunParameter formuliertwerden,die esmeines Erachtens zulassen, Bosnien-Herzegowina als das einzige unter den k.u.k.-Territorienanzusehen,dasunpolemischundohneallzuvielbegriffliche Überspanntheit als Kolonie bezeichnet werden kann (wobei freilich auch zu fragenwäre, obnicht auchdieosmanischeHerrschaft schongewissekoloniale Zügeaufwies24): (1.) Die militärische Landnahme nach einer Mandatszuweisung durch eine internationale Konferenz, nämlich den Berliner Kongress 1878, ist zwei- fellos eine wichtige Kategorie für eine historisch-sozialwissenschaftliche Einschätzung des Status vonBosnien-Herzegowina; der sogenannte „Oc- cupationsfeldzug“ wird aufgrund seiner Gewalttätigkeit gerne aus dem Narrativ der „Friedens- undKulturmission“ herausredigiert,mit der das Habsburger Reich gleichsam seine staatliche Idee exportiert.25Ähnliche Besetzungsmodi kennzeichnen aber auch die koloniale Erwerbung von ,Schutzgebieten‘durchdie andereneuropäischenMächte etwa imGefolge derKongo-KonferenzvonBerlin1884/85.26 (2.) DerrechtlicheStatusdesGebiets: Inseinenvier,kakanischen‘ Jahrzehnten wurde Bosnien-Herzegowina nie ein Kronland (wie die regulären Be- standteiledesReichs),sondernbliebReichsland(e)27(vergleichbarmitdem Statutdes1871annektiertenElsaß-LothringenimdeutschenKaiserreich)– eineArtAppendixderMonarchie, derkeinerderbeidenReichshäftenzu- geschlagenwurde, sondern in einer komplizierten Konstruktion via das Gemeinsame Finanzministerium zu beiden gehörte, was zur österrei- chisch-ungarischen Konkurrenzsituation beitrug und die weitere Ent- 24 Vgl. Monika Albrecht, Comparative Postcolonial Studies. East-Central and Southeastern EuropeasaPostcolonialSpace(UnveröffentlichterVortrag,gehaltenaufderTagungMemory and Postcolonial Studies: Synergies andNewDirections an der University of Nottingham (GB), 10.06.2016). 25 Vgl. Judson,TheHabsburgEmpire (wieAnm.12), S. 330: „Theeffective transmissionof a civilizingmissiontoEurope’sEast,understoodineconomic,social, legal,andculturalterms, represented the culminationof a transformedAustrian imperial ideawhose role nowoffi- cially includedtheexportof itsworkbeyond itsownborders.“ 26 Vgl.Fieldhouse,Colonialism1870–1945(wieAnm.18), S. 16ff. 27 DieserTerminuswirdhäufig inBezugaufBosnien-Herzegowinaverwendet, etwabeiMoriz Graf Attems, Bosnien einst und jetzt, Wien 1913, S. 32; Rudolf Michel, Fahrten in den Reichslanden.BilderundSkizzenausBosnienundderHercegovina,Wien1912. ClemensRuthner74
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Title
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Subtitle
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Authors
Wolfram Dornik
Bernhard Bachinger
Stephan Lehnstaedt
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1060-3
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
362
Keywords
KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
Categories
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen