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Vor 1918
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
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© 2020, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603 solcher aberkooperiertenderösterreichischeundderungarischeMusikerver- band seit längerem weitgehend friktionslos, nachdem sie sich 1905 auf ein „Uebereinkommen“ zum „Schutze der gegenseitigenwirtschaftlichen Interes- sen“geeinigthatten.60 HerausforderndesozialeundsprachlicheDiversität Doch wie integrativ wirkte der Oesterreichisch(-Ungarisch)e Musikerverband nach innen?FormalbetrachtetwurdeniemandvonderBeitrittsmöglichkeit zu einemVerbandsverein ausgeschlossen61 – auchMusikerinnen nicht. Schon in den ersten Verbandsstatuten von 1895 wurde in §3 festgelegt, im Verband würden sich Musikervereine der österreichisch-ungarischen Monarchie zu- sammenschließen, „derenMitglieder nicht nurMusiker, sondern auchMusi- kerinnen sein können.“62Auf den ersten Blick kann demVerband also eine integrative Wirkung zugesprochen werden: Er ermöglichte Musikerinnen theoretischdie arbeitspraktischeGleichstellungmitMusikern. Theoretisch je- dochdeshalb,weilmusizierendeFrauen indenVereins-undVerbandsgremien gar nicht vertretenund in der Berichterstattung derMusikerzeitung –weiter- hin– massiv unterrepräsentiert waren. Außerdem verstärkte sich durch die zunehmende Institutionalisierung der Musiker/-innenbewegung die ohnehin schonmassiveMarginalisierung vonMusikerinnen auchhinsichtlich derMit- gliederzahlen: waren 1896 von den 648Mitgliedern elf weiblich,63 zählte der Verband 1906 18Musikerinnen – bei einem Bestand von 2857Mitgliedern.64 Insofern stelltederVerband inpraktischerHinsicht trotz anderslautender sta- tutarischerFormulierung,die eineArtGleichberechtigungsuggerierte, fürden Großteil der im Territorium der Monarchie tätigen Musikerinnen eine be- trächtliche arbeitsorganisatorischeHerausforderungdar, da sichmusikalische ArbeitdurchdenVerbandals einemännlicherPrägung institutionalisierte. einandergegenüberstellte:dort istHermannstadt sowohl für1914als auch1918alsZweig- verein aufgeführt, vgl. OeMZXXVI/8 (1.6.1918), S. IV [Protokoll der XI. ordentliche[n] Delegiertenversammlungvom27.und28.März1918].Hiergilt esnochzurekonstruieren, wann (und obüberhaupt) diese Zweigvereine in denVerband ein- bzw. ausgetreten sind. 60 OeMZXIII/31 (4.8.1905), S. 191. 61 DieswardieVoraussetzung,umauchVerbandsmitgliedzusein–einedirekte, individuelle Verbandsmitgliedschaft war nicht möglich, was immer wieder zu internen Auseinander- setzungen führte. 62 Wiener Stadt- undLandesarchiv,M.Abt. 119,A32–GelöschteVereine: 2624/1920 [Öster- reichisch-(ungarisch)er Musikerverband], Statut des Oesterr.-ungar. Musiker-Verbandes [1895]. 63 OeMZV/3(1.2.1897), S. 17. 64 OeMZXV/9(1.3.1907), S. 75. FritzTrümpi246
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Title
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Subtitle
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Authors
Wolfram Dornik
Bernhard Bachinger
Stephan Lehnstaedt
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1060-3
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
362
Keywords
KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
Categories
Geschichte Vor 1918
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