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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Case Study: Wiener Sport im Feuilleton 175 Jahren arbeitete und schrieb Emil Reich primär für das bürgerlicheNeueWie- ner Journal, ein „moderne[s] Konversationsblatt“. Die Zeitung erschien zwi- schen 1893 und 1939, wurde eine Zeitlang finanziell von dem Börsentycoon CamilloCastiglioniunterstützt,warpolitisch indifferent, nahmaber jedenfalls antimarxistische und mitunter monarchistische Positionen ein.42 Emil Reich fungiertezwischenOktober1924undOktober1929alsRedakteur,zeitweiligals verantwortlicherRedakteurder Zeitung.43 Zwischen 1922und 1929verfasste er fast wöchentlich eine feuilletonistische Sportkolumne, insgesamt entstanden soüber 350Texte, dieüberwiegendeMehrzahl zumThemaFußball. Auffallend ist, dass über Emil Reichs Biografiewenig bekannt ist. Gerade einmalEckpunkteseinerVita (geborenam25. Juni1884,deportiertnachThere- sienstadtam1.Oktober 1942, ermordetam16.Oktober 1944 inAuschwitz) sind verbürgt. Reich war Doktor der Rechte, doch bezeichnete er sich auf einem Meldezettel von 1914noch als „Redakteur undKonzipient“.44Ob er jemals ei- nenjuristischenBerufausgeübthat,bleibtunklar.Wenigwissenwirauchüber NebentätigkeitenReichswährend oder nachder Tätigkeit beimNeuenWiener Journalbis 1938. 1923verfasste er einenhumoristischenBeitrag ineiner Sport- ExtranummerderMuskete,45 1937wurde seinVortrag zumThema„DieBedeu- tungder jüdischenPresse für den jüdischenKaufmann“ imKlubZionistischer Kaufleuteangekündigt.46 ZudemwarReichalsFunktionär inderOrganisation derWienerPresse,einemZusammenschlussvonJournalisten, tätig.47Wieviele andereSportjournalistenwarReichauchalsSportfunktionär tätig–wennauch nur für eine relativ kurze Zeit noch vor demErstenWeltkrieg. Auf jeden Fall war er Gründungsmitglied derHakoahund zwischen 1909und 1911 sogar de- renVizepräsident.48 Reichwohnte bis 1933 in derWipplingerstraße im 1., ab dann in derWi- ckenburggasse im8.Gemeindebezirk, später inderWestbahnstraße, und 1937 42 GabrieleMelischek, JosefSeethaler (Hg.),DieWienerTageszeitungen.EineDokumentation. Band3: 1918–1938 (Frankfurt/M. et al. 1992) 148f. 43 Institut für vergleichendeMedien-undKommunikationsforschung:DatenbankderWiener Tageszeitungen, Stand 31.12. 1995, online unter http://www.oeaw.ac.at/cgi-bin/cmc/wz/nam/ 00293/bzw.http://www.oeaw.ac.at/cgi-bin/cmc/wz/imp/0760/ (29.November 2015). 44Wiener Stadt- und Landesarchiv, Bestand 2.5.1.4 – BPDWien: HistorischeMeldeunterla- gen | (ca. 1880)–1904–1976. 45 EmilReich,HerrnHöllerlsFußballbegeisterung. In:DieMuskete.Sport-Nummer(1.8.​ 1923) 5f. 46 DieStimme (15. 10.​ 1937) 5. 47Wiener Zeitung (19.6.​ 1932) 5. 48 BundespolizeidirektionWien, Büro fürVereins-, Versammlungs- undMedienrechtsangele- genheiten,Vereinsakt SCHakoah.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Title
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Subtitle
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Authors
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
376
Categories
Geschichte Nach 1918
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