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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Page - 223 - in Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938

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Konflikte aus zionistischer Perspektive 223 Diskussionsstoff lieferte vor allem die Stellung der Hakoah und des jüdi- schenSporteszwischendemArbeiter-unddem„unpolitischen“Sport.DieHa- koahpaktierte einerseitsmitdenBürgerlichen,mussteaberkonzedieren,dass es auch„vieleBerührungspunkte“mit demArbeitersport gab.181 InbeidenLa- gernmüsseman freilich „das beschämende Schauspiel erleben“, dass gerade „assimilierte“Funktionäre „antisemitischenTerroraktenVorspanndienste leis- ten“.182 Die sozialdemokratische jüdische Presse hingegen sah sich klar auf der Seitedes inderSASI,der InternationalenArbeitersport-Organisation,vereinten Arbeitersports. Sie polemisierte gegen den „korrumpierten bürgerlichen Fuß- ballsport, von welchem die Hakoah einen wesentlichen Teil bildet“,183 man beklagte das „KlimbimbezahlterMuskeljuden“undden „Bluff des Fußballju- dentums“.184 Gerade der Profibetrieb der Hakoah-Fußballer müsse „jeden Freund des jüdischen Sports mit Ekel erfüllen [...]. Das unwürdige Spiel mit den käuflichen Sportsmännern scheint als kein Ende nehmen zuwollen.“185 Dochauchwenn formuliertwurde, dass „die Interesselosigkeit des Zionismus für den jüdischen Sport und der versteckte und offene Antisemitismus der bürgerlichenSportverbändebewirken“würden,„daßdie jüdischeJugendsich derArbeitersportbewegunganschließt“,186konnteder zionistischeArbeiterIn- nensport in Wien kaum reüssieren. Dennoch bildeten der Aufschwung des sozialdemokratischenSportes inPalästina,dieTeilnahmeeinergroßenpaläs- tinensischen Delegation bei der Arbeiterolympiade in Wien, die Weigerung zionistischer ArbeitersportlerInnen, die Makkabiaden zu beschicken, aber auch deren Rekrutierungserfolge inWien ständige Themen jüdischnational- zionistischer Polemik.187 Diskussionen innerhalbderWienerMorgenzeitung Konfliktstoff existierte aber auch innerhalbder „allgemeinen“bzw. revisionis- tischen Zionisten selbst, die ihre Gesinnung und Sportprogrammatik offensiv 181 F.B. [vermutlichFritzBaar],Der JüdischeSport-Verband. In:WienerMorgenzeitung (9. 2. 1922) 6. 182WienerMorgenzeitung (27. 4. 1923) 9. 183 UnsereTribüne (28. 9. 1924) 1. 184 UnsereTribüne (2. 2. 1925) 3. 185 Der jüdischeArbeiter (25. 7. 1928) 3. 186 DieNeueWelt (15. 6. 1928) 10. 187 Es ist wichtig zu bemerken, dass die Zionisten erst ab 1932mit einemWahlbündnis der AllgemeinenZionistenundderRevisionistendieMehrheit inderWienerKultusgemeindestell- ten. Vgl. Gabriele Anderl, Generationenkonflikte. Die zionistische Auswanderung aus Öster-
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Title
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Subtitle
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Authors
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
376
Categories
Geschichte Nach 1918
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